{"id":140,"date":"2013-12-31T19:57:49","date_gmt":"2013-12-31T17:57:49","guid":{"rendered":"http:\/\/hpsperzel.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=140"},"modified":"2019-01-11T12:41:34","modified_gmt":"2019-01-11T12:41:34","slug":"yoga-als-ubungspraxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=140","title":{"rendered":"Yoga als \u00dcbungspraxis"},"content":{"rendered":"<p>Yoga an sich ist eine lebenslange \u00dcbungspraxis. Dabei bezieht sich der erste Teil \u201e\u00dcbung\u201c wie in der Sprache angelegt auf Motive, die der \u00dcbung bed\u00fcrfen und daher nicht, noch nicht oder nicht vollst\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung stehen. Die Bedeutung des Wortteils \u201ePraxis\u201c bezieht sich auf die Motive, die verf\u00fcgbar sind und lediglich der Vergewisserung (der Erinnerung) bed\u00fcrfen. Mit anderen, k\u00fcrzeren Worten ausgedr\u00fcckt \u00fcbt man, was man noch nicht kann und praktiziert, was nicht in Vergessenheit geraten sollte. <!--more--><br \/>\nIn der westlichen Welt wird der Mensch als Trinit\u00e4t von K\u00f6rper, Geist und Seele betrachtet, wobei die letzten zwei in aller Regel noch als Geist-Seele zusammengefasst werden und somit nur noch eine Dualit\u00e4t \u00fcbrigbleibt. Das \u00dcbungssystem Yoga ist unter diesen Gesichtspunkten nicht beschreibbar. Versuchen wir eine Beschreibung der k\u00f6rperlichen Motive, die ge\u00fcbt werden k\u00f6nnen in westlicher wissenschaftlicher Ausdrucksform, sto\u00dfen wir sehr schnell an un\u00fcberwindliche Hindernisse.<br \/>\nDa sind zun\u00e4chst die physischen Voraussetzungen eines K\u00f6rpers, die mit den Begriffen Muskeln, Sehnen und Bindegewebe beschrieben werden. Knochen und Organe an sich entziehen sich ja einer direkten \u00dcbung, sind aber durch die Erstgenannten mehr oder weniger kollateral erreichbar. Weitere Motive physischer \u00dcbungen sind der Atem, der als ein raumschaffendes Wesen angesehen werden muss sowie die energetische Versorgung, die zwischen Atem und Stoffwechsel angesiedelt wird. Weitere Motive wie Spannungszust\u00e4nde, r\u00e4umliche Ausdehnung, Bewegungsausrichtung, Entspannung, Schwerkraftnutzung und \u2013widerstand sind in westlicher Nomenklatur gar nicht beschreibbar.<br \/>\nIn der Yogasprache sind all diese Motive mit Strukturen beschrieben, die unter Anderen sich sehr grob betrachtet mit Energie (Prana) und Ausrichtung (Elemente) besch\u00e4ftigen.<br \/>\n\u00dcbungen f\u00fcr den Geist gibt es in westlichen Systemen fast nur in Psychiatrie und Psychologie, wobei beide sich meist darauf beschr\u00e4nken, gesellschaftlich abnormales Verhalten und Denken in Normalit\u00e4t zur\u00fcckzuf\u00fchren. Wachstum, Entwicklung, Evolution und Erweiterung geistiger F\u00e4higkeiten sind hier nicht vorgesehen, ja mehr noch, erscheinen dem westlich gepr\u00e4gten Geist als unsinnige Ziele und werden in aller Regel als krank diagnostiziert. Die Seele dann ist in westlicher Nomenklatur ein unver\u00e4nderliches Wesen, das sich lediglich noch religi\u00f6sen Praktiken \u00f6ffnen kann, wobei diese streng und unerbittlich Glauben als ihre Grundlage setzen. Bei Unglauben droht ewige Verdammnis und Fegefeuer.<br \/>\nIm System des Yoga ist der Geist lediglich ein Werkzeug zur Alltagsbew\u00e4ltigung. Ansonsten wird diese Funktion mehr oder weniger als st\u00f6rend und hinderlich f\u00fcr den Wesenskern (Seele) betrachtet, soll also gez\u00fcgelt und eingebunden sein. In der Methodik der \u00dcbungen werden daher F\u00e4higkeiten angestrebt, in denen der Geist zu schweigen hat. Die Seele oder der Wesenskern aber ist g\u00f6ttlich und unver\u00e4nderlich, frei von Geburt an und ewig im Sein.<br \/>\nWenn wir also uns das \u00dcbungssystem des Yoga anschauen wollen, kommen wir um die Akzeptanz einiger begrifflicher Besonderheiten nicht herum, wobei es unbedeutend ist, ob diese Motive in Sanskrit oder einer alltagssprachlichen Begrifflichkeit benannt werden. Weiterhin ist nur Lernen derselben nicht ausreichend, sondern die Motive dieser Beschreibungsformen m\u00fcssen auch wahrgenommen und umgesetzt werden k\u00f6nnen. So sind Pranastr\u00f6me keine geistigen Bilder, sondern wahrnehmbare und brauchbare Werkzeuge in \u00dcbung und Praxis. Die Elementenlehre beschreibt die Wahrnehmung von Schwere, Spannung, Ausrichtung und Ausdehnung und Bandhas (Siegel) und Mudras (Gesten), die auf den bereits genannten Motiven aufbauen, beschreiben Werkzeuge, mit denen diese Wahrnehmungen zu bewusster Ver\u00e4nderung eingesetzt werden k\u00f6nnen. Entspannungsf\u00e4higkeit und Spannungsaufbau sind dabei ebenso notwendig wie Zur\u00fcckhaltung und Selbstkontrolle. Die Meditation weiterf\u00fchrend besch\u00e4ftigt sich mit der F\u00e4higkeit, unbewusste Motive zu ergr\u00fcnden, auszuschalten oder zu ver\u00e4ndern. Ihr Ziel ist ein durch Erfahrung und gesellschaftlicher Norm unbelasteter Geist, der auch schweigen kann und der in der Lage ist, Neues zu formen, sch\u00f6pferisch zu sein.<br \/>\nSich diese Werkzeuge zu erarbeiten, wird \u201e\u00dcben\u201c genannt; sich diese Werkzeuge zu erhalten und bewusst einzusetzen zu k\u00f6nnen, wird \u201ePraxis\u201c genannt. Beide zusammen bilden das \u00dcbungssystem des Yoga. Zeit, Geduld, Hingabe und die Bereitschaft, Neues zu versuchen sind die Eigenschaften, die auf Matte und Kissen mitzubringen sind. Es hat nichts zu tun mit Fun, Leistung, Sport oder gar pseudoreligi\u00f6sem Eifer, nichts zu tun mit Ausstieg und Neuorientierung und schon gar nichts mit Weltanschauung. Es ist nur \u2026 ein praktischer \u00dcbungsweg!<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F140&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F140&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D140&text=Yoga%20als%20%C3%9Cbungspraxis\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D140\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Yoga an sich ist eine lebenslange \u00dcbungspraxis.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":708,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[19],"tags":[121,117],"class_list":["post-140","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-yoga-und-meditation","tag-ubungspraxis","tag-yoga"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":394,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140\/revisions\/394"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}