{"id":44,"date":"2012-08-08T18:40:08","date_gmt":"2012-08-08T16:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/hpsperzel.de\/cgi-bin\/weblog_basic\/index.php?p=16"},"modified":"2019-01-11T12:47:54","modified_gmt":"2019-01-11T12:47:54","slug":"workshop-info-zu-stille-meditation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=44","title":{"rendered":"Workshop-Info zu \u201eStille Meditation\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie jeden ersten Sonntag im Monat fand auch am 5. August 2012 wieder ein Workshop statt. Das Thema diesmal: \u201eDie Stille Meditation\u201c<\/p>\n<p>Die Fragestellung, was Meditation eigentlich sei, wie ihr Wirkungsmechanismus geht oder was man als Meditierender erreichen kann wurde wohl schon hunderttausendfach gestellt und mindestens zweihunderttausendfach beantwortet. Die B\u00fccher und Beschreibungen zu diesem Thema w\u00fcrden, zusammengetragen, ganze B\u00fcchereien f\u00fcllen k\u00f6nnen. Und doch ist jedes Mal, wenn f\u00fcr mich Meditation auf der Workshopliste auftaucht, erneute Vorbereitung und Einstimmung erforderlich. Die Frage, die zur Beantwortung ansteht, hei\u00dft jedes Mal: Wie baue ich den WS auf und was will ich wie vermitteln.<!--more--><\/p>\n<p>In einer fr\u00fcheren Arbeit habe ich versucht, dem Begriff \u201eMeditation\u201c eine religions- und weltanschauungsfreie Definition zu geben:<\/p>\n<p>Wir suchen in der Meditation nach dem Ruhenden in unserer Mitte im Glauben daran, dass wir so ein Leben ohne vermeidbares Leiden erreichen k\u00f6nnen. Dazu sind wir bereit, uns ganz und gar einzubringen, sind bereit, uns so anzunehmen, wie wir sind, mit allen Fehlern und allen Schw\u00e4chen. Indem wir uns selbst erkennen, erkennen wir uns auch in der unaufl\u00f6sbaren Gemeinschaft mit allem anderen. Wir l\u00f6sen die Knoten der Vergangenheit und gewinnen die Spontaneit\u00e4t eines geistigen Lebens.<\/p>\n<p>Dieses geschah aufgrund der in der literarischen Vergangenheit vorherrschenden Gewohnheit, Ziele und Inhalte der Meditation jeweils auf der vorherrschenden religi\u00f6sen und weltanschaulichen Konvention zu gestalten. Dabei musste man auf Andersdenkende wenig R\u00fccksicht nehmen, weil es diese im gewohnt klein strukturierten Umfeld gar nicht gab. Heute sieht das allerdings etwas anders aus, weil im multikulturellen Umfeld einer Gro\u00dfstadt viele Konventionen nebeneinander bestehen m\u00fcssen. Besonders schwierig wird diese Vielfalt dann, wenn die Meditation als Thema in einem gr\u00f6\u00dferen Umfeld wie zum Beispiel einem Yogazentrum angeboten wird, wo Menschen mit Zielen zwischen \u201eich tue etwas f\u00fcr meine Gesundheit\u201c bis zu \u201eich strebe die Erleuchtung an\u201c in einem Raum zusammensitzen k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte daher noch einmal in Kurzform versuchen, meine Intention f\u00fcr den Workshop \u201eMeditation\u201c zu formulieren.<\/p>\n<p>Meditation ist ein elementarer Bestandteil des Yoga und kann daher auch aus seiner Praxis nicht eliminiert werden. Neben dem Willen, etwas zu seiner Entwicklung zu tun (Philosophie), neben dem Versuch, seinen K\u00f6rper gesund, f\u00fchlend und kommunizierend zu erhalten (Asanapraxis) und neben dem Bestreben, seine Stimmungen und Gef\u00fchlswallungen erfahrbar und ver\u00e4nderbar zu gestalten (Pranayama) ist die Arbeit an Gewohnheiten und Konventionen (Meditation) ein ma\u00dfgebliches Ziel der Yogapraxis. Erst die Summe der genannten Techniken kann die Erreichung eines gesetzten Zieles bewirken, und die Meditation ist dabei so etwas wie der \u201eDeckel auf dem Topf\u201c. Sie schlie\u00dft die Entwicklung, vollzieht die Ver\u00e4nderung, rundet den Eingriff am Selbst ab.<\/p>\n<p>Wenn wir uns auf die Matte begeben und uns ernsthaft mit der Yogapraxis befassen, wollen wir etwas ver\u00e4ndern, und dabei ist es nicht wichtig, ob wir nur unsere \u201ek\u00f6rperlichen Schw\u00e4chen\u201c, unsere \u201epsychischen Defizite\u201c oder eine \u201ebewusstseinserweiternde Entwicklung\u201c in Sinn haben, die Zutaten sind immer gleich: Raum, Zeit(losigkeit) und Bewusstsein. Das Rezept allerdings oder die Weise, wie die Zutaten in der Tagespraxis zu mischen sind, sind immer verschieden, denn jeder kann jetzt nur mit dem arbeiten, was sie\/er jetzt gerade in sich selbst vorfindet. Das ist in einer theoretischen Form schwer zu verstehen und ebenso schwer zu formulieren. Lassen Sie mich also versuchen, das systemische Gebilde am Themenbeispiel \u201eZeit\u201c zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Zeit ist etwas, was dem modernen Menschen kostbar und wertvoll ist, und in der Regel ist sogar die Methode, die zu mehr \u201eZeit haben\u201c f\u00fchren k\u00f6nnte, also Yoga einschlie\u00dflich Meditation, aus Zeitgr\u00fcnden meist nicht ausreichend verwirklichbar. \u201eZeit haben\u201c ist n\u00e4mlich nicht mit \u201emehr Zeit haben\u201c im Sinne von \u201emehr Geld besitzen\u201c zu definieren, weil der Tag eben nicht unendlich erweiterbar ist. Hier spielt uns die Sprache &#8211; die nebenbei gesagt nur Konvention ist &#8211; einen Streich. Mehr Zeit haben geht nur dann, wenn ich mich von dem l\u00f6se, was meine Zeit bedr\u00e4ngt, wenn ich mich von dem l\u00f6se, was mein zeitliches Erleben un\u00fcbersichtlich und un\u00fcberschaubar macht und wenn ich erkenne, worin dieses Bedr\u00e4ngt sein besteht. Der Mensch ist ein sich selbst gestaltendes (autopoietisches) Wesen und kann daher von au\u00dfen nur von Aggression bedr\u00e4ngt werden. Alle anderen bedr\u00e4ngenden Wahrnehmungen sind selbst gestaltet und daher auch ver\u00e4nderbar. Hier gilt das nachfolgende Rezept:<\/p>\n<p>1. erkennen (erf\u00fchlen, wahrnehmen)<br \/>\n2. bedenken (reflektieren, nach M\u00f6glichkeiten suchen),<br \/>\n3. st\u00f6rendes beseitigen (unterlassen, ver\u00e4ndern, gestalten),<br \/>\n4. erw\u00fcnschtes f\u00f6rdern (\u00fcben, verbessern, erweitern),<br \/>\n5. neues eingliedern (\u00dcberzeugungsarbeit leisten, verzichten),<br \/>\n6. das Leben gestalten im neuen Gewand<\/p>\n<p>Die Fragestellungen, die im Workshop gestellt wurden, bezogen sich auf nachfolgende Themen, wobei ich versucht habe, die Antwort dazu in k\u00fcrzester Form wiederzugeben:<\/p>\n<p>1. Welche Werkzeuge kann ich zur Korrektur der Sitzhaltung verwenden?<br \/>\nF\u00fcr die Korrektur der Haltung haben wir die Konzentration auf das Sitzen angesprochen (Apana-Effekt). Weiterhin wurde das Zusammenf\u00fchren der Fingerkuppen (Daumen, Daumen\/Zeigefinger) thematisiert.<br \/>\n2. Sollte oder muss ich sogar in der Meditation mit einem Lehrer arbeiten?<br \/>\nDie Antwort konnte nur geteilt dargestellt werden: F\u00fcr Menschen mit wenig Selbstvertrauen w\u00fcrde ich zur Zusammenarbeit mit einem Lehrer raten. Ansonsten ist die Arbeit auch ohne F\u00fchrung m\u00f6glich. Allerdings w\u00fcrde ich dazu raten, mit anderen \u00dcbenden in Kontakt zu sein.<br \/>\n3. Wie lange und wie oft und wann sollte ich meditieren?<br \/>\nIn der Regel ist der Morgen eine g\u00fcnstige Zeit. Allerdings sind pers\u00f6nliche Anlagen zu ber\u00fccksichtigen (Schlafgewohnheiten, Belastungen, Zeitkontingente, Umfeld).<br \/>\n4. Ist es m\u00f6glich, Problemstellungen in die Meditation einzubringen?<br \/>\nIm Prinzip: Ja. Allerdings w\u00e4re es sinnvoll, die Problemstellung zu einer einfachen Frage zu formulieren und diese unbeantwortet in die Meditation mitzunehmen. Z\u00fcgige Antworten, die aufleuchten, werden stets verworfen. Die richtige Antwort wird sich einstellen und man erkennt sie intuitiv.<\/p>\n<p>Der Workshop fand in einer angenehmen, entspannten und sehr offenen Atmosph\u00e4re statt und ich danke allen Teilnehmer(innen) f\u00fcr einen kurzweiligen Nachmittag!<br \/>\n(HS-120808)<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F44&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F44&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D44&text=Workshop-Info%20zu%20%E2%80%9EStille%20Meditation%E2%80%9C\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D44\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie jeden ersten Sonntag im Monat fand auch am 5. August 2012 wieder ein Workshop statt. Das Thema diesmal: \u201eDie Stille Meditation\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":717,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[18],"tags":[73],"class_list":["post-44","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-beschreibungen","tag-meditation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":405,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44\/revisions\/405"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}