{"id":587,"date":"2017-10-25T20:11:48","date_gmt":"2017-10-25T20:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=587"},"modified":"2017-10-29T09:00:00","modified_gmt":"2017-10-29T09:00:00","slug":"zeit-und-spirituelle-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=587","title":{"rendered":"Zeit und spirituelle Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Das Wort Zeit ist heute in aller Munde. Nicht nur der fast schon antiquarische Spruch \u201eZeit ist Geld\u201c ist damit angesprochen, sondern Zeit wird heute gemanagt, entschleunigt, Prozesse werden effizient gestaltet, Abl\u00e4ufe werden optimiert, die Zahl der Mitarbeiter wird entsprechend angepasst und es werden die schlanke Produktion, der effiziente Gesch\u00e4ftsprozess und vielf\u00e4ltige Feedbackprozesse eingef\u00fchrt.\u00a0<!--more--><br \/>\nUnd all das bedeutet was genau? Es bedeutet, dass Menschen in Zeit-Rhythmen gepresst werden, die mit deren Nat\u00fcrlichkeit, deren Bed\u00fcrfnissen, Erfordernissen und Notwendigkeiten nichts mehr zu tun haben. Vielmehr bestimmen der G\u00fcteraussto\u00df, die Stoppuhr und der unbedingte Wille zur Gewinnsteigerung das Leben der Menschen, die diesen Prozessen unterliegen. Kurz gesagt erm\u00f6glicht unser Gesellschaftssystem, das Menschen ihre Mitmenschen in mannigfaltiger Weise ausbeuten, und zwar sowohl in wirtschaftlicher Sicht als auch aus gesundheitlicher Sicht. Und Zeit spielt in dieser Ausbeutung eine entscheidende Rolle!<\/p>\n<p>Betrachtet man das Zeit-Ph\u00e4nomen von Anbeginn an, stellt sich schnell heraus, dass es die eine wirkliche Zeit gar nicht gibt. Zeit, wie wir sie kennen, ist ein Kunstprodukt und kommt so in der Natur gar nicht vor. Nat\u00fcrliche Prozesse orientieren sich an anderen Parametern als der Zeit. Da ist bei nahezu allen Lebewesen zun\u00e4chst einmal die Verdauung, die eine Aktivit\u00e4tsbereitschaft herstellt oder verwehrt. Dann sind da noch die Jahreszeiten und die Hell-Dunkelphasen der Tage, an denen sich ein Leben orientiert. Essen verdaut sich unterschiedlich schnell oder langsam, die Jahreszeiten halten sich nicht an Regeln und selbst die Lichtzeit der Tage\u00a0 sind l\u00e4nger oder k\u00fcrzer und in manchen Gegenden der Welt auch gar nicht so vorhanden. Wir sollten, so hatte die Natur es mal eingerichtet. essen, wenn wir hungrig sind, schlafen, wenn M\u00fcdigkeit sich einstellt und sollten die Lichtzeiten nutzen, um uns in der Welt zu orientieren. Die Zeit, in der wir als Menschen uns noch nach diesen uralten Regeln richten mussten, ist so lange noch gar nicht her, und der K\u00f6rper, also das lebendige in uns, hatte noch wenig Zeit seither, sich umzugew\u00f6hnen. Richtiges Licht f\u00fcr die Nacht gibt es zum Beispiel erst 200 Jahre lang.<\/p>\n<p>Eine spirituelle Praxis richtet sich immer an die Gestaltung des Lebens, richtet sich immer auf die Bew\u00e4ltigung der zu l\u00f6senden Aufgaben und wendet sich immer gegen die Zust\u00e4nde, die Krankheit <sup class='footnote'><a href='#fn-587-1' id='fnref-587-1' onclick='return fdfootnote_show(587)'>1<\/a><\/sup> verursachen. In Fall der westlich zivilisierten Welt ist einer der Hauptverursacher von Krankheit die falsche Auslegung und missbr\u00e4uchliche Verwendung des Begriffes der Zeit. \u201eZeit ist Geld\u201c ist eine dumme Ansicht, denn Zeit ist eine k\u00fcnstlich und f\u00fcr die Wissenschaften geschaffene Einteilung von Erlebensmomenten und Geld ist ein gesellschaftlich begr\u00fcndeter Schuldschein. Die beiden haben nichts miteinander gemein. Mensch sein ben\u00f6tigt immer einen Rahmen, der eine ausgeglichene Einteilung des Lebens in Phasen der Aktivit\u00e4t und der Ruhe bereitstellt. Ausgeglichen sein bedeutet auch, dann die Ruhe zu finden, wenn sie ben\u00f6tigt wird, dann die Aktivit\u00e4t zu erzeugen, wenn es passt und alles zur Verf\u00fcgung steht, was dazu ben\u00f6tigt wird und dar\u00fcber hinaus verlangt Ausgeglichenheit die F\u00e4higkeit, reagieren zu k\u00f6nnen\/d\u00fcrfen, wenn eine Ver\u00e4nderungen der Befindlichkeit sich einstellt. Feste Arbeitszeiten, feste Termine, geplante T\u00e4tigkeiten, vorgegebene Prozesse und strikt zu befolgende Befehlsketten sind das Gegenteil dieser Bedingungen. Doch leider ist das gelebter Alltag heute. Uns so ohne weiteres kommt auch der spirituell \u00dcbende nicht aus diesem Umfeld heraus. Muss man also aussteigen, k\u00fcndigen, nur noch als Yoga- oder Meditationslehrer sein Leben gestalten und daf\u00fcr auf das \u00fcbliche gesellschaftliche Leben verzichten? Ist das wirklich so, oder er\u00f6ffnet uns Spiritualit\u00e4t nicht andere M\u00f6glichkeiten, und wenn ja, welche sind das gerade auch in Bezug zur Ursache Zeit?<!--nextpage--><\/p>\n<p>Was wir heute in der Arbeitswelt erleben und was viele Menschen krank macht ist ein falsches Verst\u00e4ndnis dessen, was Spiritualit\u00e4t bewirkt. Diese Praxis f\u00fchrt uns nicht in ferne Welten mit gro\u00dfen und alles \u00fcberragenden F\u00e4higkeiten und Potentialen, sondern f\u00fchrt zuerst einmal zur\u00fcck zu uns selbst, zur Wahrnehmung unseres Selbst, um genau zu sein. Und wir selbst sind ein ungeteiltes Ganzes, bestehend aus der polaren Beziehung von Geist und K\u00f6rper. Und was als erstes geschehen und zugelassen werden muss in einer spirituellen Praxis, ist diese beiden wieder in Beziehung zueinander zu bringen, sie miteinander kommunizieren, miteinander sein zu lassen. Bereits in der Sprache trennt hier \u201emein K\u00f6rper\u201c sich vom Ich ab. Das ist im Grunde genommen schon falsch, denn ein Ich besteht aus Ich in Symbiose mit diesem K\u00f6rper, der selbst ebenfalls Ich ist. Ich bin ein K\u00f6rper und ich bin ein Geist und auch die Beziehung der beiden zueinander ist Ich. Da ist keine Trennung. Da ist nur ICH.<\/p>\n<p>Wenn ein Geist mit seinem K\u00f6rper kommuniziert, wird er verstehen, dass ohne sein \u201eGegen\u00fcber\u201c nichts geht. Und daher wird er, der st\u00e4ndig denkt, zuh\u00f6ren lernen m\u00fcssen, was sein K\u00f6rper ihm erz\u00e4hlt. Und wenn diese Erz\u00e4hlung von M\u00fcdigkeit spricht, von Hunger, von \u00dcberforderung, mangelnder Ruhe und manch anderen Missst\u00e4nden dann w\u00e4re es angebracht, darauf auch zu reagieren und um Abhilfe bem\u00fcht zu sein. Und genau da setzt, richtig verstanden, eine spirituelle Praxis wie Yoga und Meditation auch an. Der Geist muss zuh\u00f6ren lernen, und daf\u00fcr braucht er Zeit ohne Aktivit\u00e4t, chillen, gammeln, vor sich hin sinnieren, herumsitzen und Zeit vergeuden. Wenn man sich einen Meditierenden anschaut sieht man genau das: Das sitzt ein Mensch nichts tuend herum und h\u00f6rt in seinen K\u00f6rper hinein, und er wird sogar von Lehrern angewiesen, das auch noch vollst\u00e4ndig zuzulassen.<\/p>\n<p>Mit und in seinen K\u00f6rper zu leben hei\u00dft nicht, diesen zu verw\u00f6hnen und zu besch\u00fctzen oder jeden Wunsch aus dem Befinden auszulesen. Ein K\u00f6rper ist eine systemisch funktionierende Einheit aus\u00a0 lebenden Zellen, die automatisch auf Umweltreize reagiert,\u00a0 sich anpasst auf die Gegebenheiten des Moments, in dem wir uns gerade befinden. Der K\u00f6rper plant nicht in die Zukunft, aber er reagiert auf die Vergangenheit, was nichts anderes hei\u00dft, als das er best\u00e4ndig bekannt sch\u00f6ne Umst\u00e4nde sucht und schlechte Umst\u00e4nde zu meiden versucht. Und bei letzteren wird er Widerst\u00e4nde aufbauen, die Kraft und Energie einsetzen, um etwas Ungewolltes zu verhindern. Diese Widerst\u00e4nde zeigen sich in Form von Unwohlsein bis hin zu kleinen als auch gro\u00dfen k\u00f6rperlichen Reaktionen, was wir schlicht und einfach dann Krankheit nennen. Auch sch\u00f6ne Momente des Lebens \u00e4u\u00dfern sich k\u00f6rperlich, und das geht vom einfachen err\u00f6ten bis zu euphorischen Wohlgef\u00fchlen, die fast schon einer Trance nahestehen. Nun ist es so, das zum Beispiel Yoga nach Patanjali sagt, das beide genannte Formen, Widerstand als auch Euphorie, zu meiden sein. Das erkl\u00e4rt sich bei der Euphorie aus der einfachen Tatsache, dass sie immer nur ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen sein kann, daher nicht anhalten wird und in der Folge zu einer Stimmungslage f\u00fchren muss, in dem deren Abwesenheit als Verlust erlebt werden wird. Der einfache Widerstand erkl\u00e4rt sich eigentlich von selbst. Wer hat schon gerne Ungewolltes? Ein ausgeglichenes, von H\u00f6hen und Tiefen verschontes Alltagserleben ist somit ein erkl\u00e4rtes Ziel des Yoga. Nun werden einige erschrocken fragen: Ist das nicht langweilig?<br \/>\nDie Antwort ist einfach: Nein, definitiv: nein!<!--nextpage--><\/p>\n<p>Wenn wir Yoga \u00fcben, Meditation \u00fcben und uns mit Spiritualit\u00e4t auseinandersetzen, m\u00fcssen wir die bereits erw\u00e4hnten Ph\u00e4nomene in unserer Lebensf\u00fchrung ber\u00fccksichtigen. Ausreichende Zeit f\u00fcr Erholung, Zeiten des Nachdenkens und Sinnierens, auf den K\u00f6rper und seine Bed\u00fcrfnisse reagieren zu d\u00fcrfen und entsprechend zu agieren sind Teil einer spirituellen Praxis. Diese findet sich nicht nur in den Zeiten des \u00dcbens, sondern findet sich in jedem Moment eines Lebens wieder, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, ein Leben\u00a0 lang.\u00a0 Alles andere nenne ich nur ein nettes Alibi auf die Frage, die sich irgendwann einmal\u00a0 jedem stellen wird: Habe ich genug, habe ich das Richtige getan in meinem Leben bisher? Und die Antwort wird bitter sein, wenn sie mit \u201enein\u201c beginnt. Richtige und erfolgreiche spirituelle Praxis erkennt man daran, dass sich diese Frage entweder nicht mehr stellt oder eindeutig nur mit \u201eja\u201c zu beantworten ist. Und diese Sachlage ist beileibe nicht so heftig, wie sie sich zun\u00e4chst anh\u00f6ren mag, denn: Die Zeit zu einer Umkehr oder zu einer \u00c4nderung ist immer gegeben, ist jederzeit, mit jedem Alter und in jeder Konfiguration, denn was mich davon abhalten k\u00f6nnte ist nur, keine Zeit dazu zu finden, und diese Zeit, wir erinnern uns, gibt es so gar nicht. Es ist immer Zeit!<\/p>\n<p>Meditation ist zum Beispiel aus der Erholungssichtweise eine vollst\u00e4ndige Ruhezeit, das hei\u00dft nach einer Eingew\u00f6hnungsphase wird der K\u00f6rper weniger Schlaf einfordern. Au\u00dferdem sorgt dieses Sitzen f\u00fcr einen ruhigeren Schlaf, so dass diese Phase deutlich erholsamer sein wird. In der Praxis der Meditation wird die ben\u00f6tigte Zeit praktisch mitgeliefert. Verspannte Schultern wiederum sorgen sehr oft f\u00fcr unruhigen Schlaf, f\u00fcr h\u00e4ufiges Aufwachen und lassen uns morgens daher schlecht in die G\u00e4nge kommen. Weiterhin behindert sie in der Bewegungsfreiheit und kostet bei nahezu allen T\u00e4tigkeiten zus\u00e4tzliche Zeit, da sich der schmerzerf\u00fcllte Mensch deutlich schlechter konzentrieren kann. Da werden 10 bis 15 Minuten Yoga am Morgen, die bei guter Ausf\u00fchrung die Verspannungen dauerhaft l\u00f6sen k\u00f6nnen, leicht wieder einzuholen sein. Und vielleicht ist hier auch der gute Tipp aus den Erfahrungen von 2000 Jahren Klosterleben als Beispiel zu nennen, der aussagt, dass ein gut geplanter Tag viele Arbeiten z\u00fcgig und schnell abzuarbeiten vermag. Also w\u00e4re es doch sinnvoll, dass der Tag auch mit Planung beginnen sollte. Planung aber braucht Klarheit und Ruhe in der Ausf\u00fchrung. Hier ist das hastige Dr\u00e4ngen, das Wiederholen der immer gleichen Struktur vollkommen fehl am Platze. Zu Planung geh\u00f6rt Priorisierung, Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen, hierhin geh\u00f6rt Delegation, das Ber\u00fccksichtigen von Zusammenarbeit mit anderen und all die vielen Motive, die T\u00e4tigkeiten zum Flie\u00dfen bringen k\u00f6nnen. Und nat\u00fcrlich sind Pausenzeiten und Erholungsphasen zu ber\u00fccksichtigen, und diese sind nicht nur p\u00fcnktlich von 9 bis 9:15 Uhr und von 12:00 bis 12:45 Uhr, sondern sollten mitten im Geschehen machbar sein. Wenn ich eine Pause brauche, dann muss ich auch eine bekommen, und daf\u00fcr ist im Plan bereits gen\u00fcgend Luft zu lassen.<\/p>\n<p>Schmerz ist der Anzeiger von \u00dcberforderung des K\u00f6rpers, M\u00fcdigkeit zeigt gleiches aus der Sicht des Geistes. Aktive und weniger aktive Phasen sind menschlich vollkommen normal. Weiterhin sind Routinen in t\u00e4glichen Leben alles andere als langweilig. Ich zum Beispiel freue mich auf meine Morgenpraxis jeden Tag (1:10 Std), freue mich auch auf die Tagesabschlussmeditation (25 Min), die mir einen ruhigen und erholsamen Schlaf beschert, auf meine Montagsyogastunde freue ich mich regelm\u00e4\u00dfig seit 12 Jahren, und auch die l\u00e4stigen die Routinen des Alltags wie die Fahrt zur Arbeit, der Einkaufsmarathon am Samstag, das st\u00e4ndige Checken der Mails und anderer Nachrichten, dann das Best\u00fccken meiner Blogs nach Fertigstellen der Artikel und all die vielen sich st\u00e4ndig wiederholenden T\u00e4tigkeiten, die seit Jahren fast ohne Nachdenken so nebenbei mitlaufen, belasten mich daher nicht viel mehr als der Toilettengang am Morgen. Dar\u00fcber muss ich nicht mehr nachdenken, das geht somit in einer Phase der gedanklichen Stille und in vollkommener Ruhe vonstatten. Das ist nicht anstrengend, sondern erholsam. Gedankliche Stille ist immer erholsam. Wir nannten es fr\u00fcher Langeweile und fanden es schlecht, aber diese Zeiten werden gebraucht, heute mehr denn je, um Mensch zu sein und zu bleiben. Menschen sind selbstbestimmte Wesen, Menschen sind frei, und das gilt immer und \u00fcberall und in allen Lebensphasen. Keine Zeit zu haben gibt es nur als Antwort f\u00fcr manch l\u00e4stige Mitmenschen, die das Prinzip Zeit noch nicht richtig verstanden haben. F\u00fcr Freunde und Wissende sollte es dieses \u201ekeine Zeit haben\u201c nicht geben.<!--nextpage--><\/p>\n<p>Zeit heute zeigt sich zerst\u00fcckelt und fern jeder Strukturierung. Zeit war einmal eine lineare Bewegung aus der Vergangenheit, die uns die Erfahrung mitteilte, \u00fcber das Erleben der Gegenwart in die unbekannte, aber immer auch zu einem Bruchteil planbare Zukunft. Es gab in nahezu allen Zeiten der Geschichte eine Lebensleistung, eine Geschichte des Lebens eines einzelnen Menschen. Diese gab und g\u00e4be auch heute noch dem werdenden Menschen in einer Gesellschaft einen Platz, eine Teilhabe und eine psychische Heimat. Diese Form der Zeit verschwindet leider mehr und mehr zugunsten einer Fragmentierung, die keine Chronologie mehr zul\u00e4sst und die Han <sup class='footnote'><a href='#fn-587-2' id='fnref-587-2' onclick='return fdfootnote_show(587)'>2<\/a><\/sup> Dyschronie nennt, eine stupide Abfolge von visuellen Eindr\u00fccken, die keine Dauer mehr verleiht und daher als unbefriedigend empfunden wird. Als Ausweg aus dieser Falle sieht Han die Wiedererweckung der \u201evita contemplativa\u201c, die F\u00e4higkeit, kurz gesagt zu verweilen oder anders ausgedr\u00fcckt: Die Meditation. Meditation bedeutet in Stille verweilen zu k\u00f6nnen, der Psyche Zeit zur Verarbeitung des Erlebten zu geben und den K\u00f6rper dabei in Ruhe zu lassen, mit anderen Worten gesagt den K\u00f6rper aus der Gewalt der Psyche mal kurzfristig befreien und sich selbst sein zu lassen. Und damit der K\u00f6rper dabei wohl geformt und gut eingerichtet, also sich wohl f\u00fchlend und gelassen sein lassen kann, k\u00f6nnen Yoga und andere K\u00f6rperarbeitsformen ihn die dazu notwendige Energie geben. Nur ein sich wohlf\u00fchlender K\u00f6rper, schmerzfrei und energetisch gut versorgt (Kraft), h\u00e4lt die Stille f\u00fcr einen wirkungsvollen Zeitraum auch aus. Somit erg\u00e4nzen sich K\u00f6rperarbeitsformen wie Yoga und Qi Gong einerseits und die Meditation in Stille (vita contemplativa) andererseits auch auf optimale Weise. Und was dann in der Stille der \u00dcbung erfahren wird, setzt sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ins Alltagsleben fort. Auf diese Weise wird Zeit wieder als Zeit erfahren, aus der Perspektive der Gegenwart sowohl in Richtung Zukunft als auch als R\u00fcckblick in die Vergangenheit blickend. Und so wird die Zeit wieder zu einem Weg durch das Chaos und eine Orientierungshilfe f\u00fcr das Leben als Mensch.<\/p>\n<div class='footnotes' id='footnotes-587'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-587-1'> Die Abwesenheit von Gesundheit <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-587-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-587-2'> Byung-Chul Han, Der Duft der Zeit <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-587-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F587&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F587&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D587&text=Zeit%20und%20spirituelle%20Praxis\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D587\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wort Zeit ist heute in aller Munde. 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