{"id":606,"date":"2018-01-28T14:56:49","date_gmt":"2018-01-28T14:56:49","guid":{"rendered":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=606"},"modified":"2018-01-28T14:56:49","modified_gmt":"2018-01-28T14:56:49","slug":"was-ist-selbstoptimierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=606","title":{"rendered":"Was ist Selbstoptimierung?"},"content":{"rendered":"<p>Wir leben heute in deiner Zeit, in der das Stichwort Selbstoptimierung st\u00e4ndig in aller Munde liegt. Gemeint sind damit Techniken, Aneignungen, die dem Menschen einen besseren Status in der Gesellschaft verschaffen, sei es durch besseres Aussehen, h\u00f6here Karrierechancen oder mehr Ausstrahlung.\u00a0 Nur, wenn wir mit Selbstoptimierung anfangen, m\u00fcsste jeder eigentlich zun\u00e4chst einmal wissen wollen, wo genau er steht.\u00a0\u00a0\u00a0 <!--more-->Denn dort sollte logischerweise der Anfang seiner Reise sein. Wer sich einmal vorurteilsfrei Menschen anschaut, die einem vertraut sind, wird unschwer feststellen, dass Menschen Gewohnheiten pflegen, ganz bestimmte pers\u00f6nliche Vorlieben und Macken haben und dass, wenn wir ehrlich sind, wir diese Menschen gerade wegen dieser Macken so m\u00f6gen. Nun, bei der Beurteilung eines Mitmenschen, sei es ein Partner, Vorgesetzter oder Freund, sehen wir diese Motive bestimmt genau. Richten sich der Blick dann aber auf sich selbst, wird diese Selbstverst\u00e4ndlichkeit der Wahrnehmung bereits weniger stimmig. Was man in einem Gegen\u00fcber sieht und was dieser \u00fcber sich selbst wei\u00df, wird dabei selten als deckungsgleich, oft sogar als weit auseinanderliegend wahrgenommen. Das Selbstbild, man nennt es gerne auch Selbstbewusstsein, gut zu kennen, sich selbst also richtig einzuordnen, w\u00e4re aber ein sehr wichtiges Kriterium, ein Schl\u00fcsselwissen sozusagen, um sich selbst in Bezug zu seiner Umgebung einzuordnen und um damit auch die Notwendigkeit von Optimierungsma\u00dfnahmen zu hinterfragen. Da man das jetzt oft bei anderen beobachtet, sollte also jetzt der Schluss naheliegen, dass dieses Motiv eventuell auch bei sich selbst ziemlich im Argen liegen k\u00f6nnte, denn wie sagte schon Sokrates (frei formuliert):\u00a0 Zu wissen, dass man nicht wei\u00df, ist der Anfang von wahrem Wissen.<\/p>\n<p>Woher also stammen die Vorstellungen, mit denen ein Mensch, der sich selbst nicht einmal ann\u00e4hernd gut genug kennt und nicht viel von sich wei\u00df, nach denen eine Optimierung stattfinden kann?\u00a0 Hier sollte dann schnell ein Wort, ein Begriff ins Spiel kommen, den nur ganz wenig gerne zu verwenden pflegen, die Konvention, \u00a0zu \u00fcbersetzen mit \u00dcbereinkunft oder auch Zusammenkunft. Im kleinen Kreis k\u00f6nnte man sich vorstellen, das eine Gruppe betroffener Menschen sich trifft und \u00fcbereinkommt, ein ganz bestimmtes Motiv des Lebens in Zukunft so und so zu betrachten und damit die Empfehlung auszusprechen, dass alle das genau so tun, beherzigen und befolgen. In Gesellschaften mit mehreren Millionen Menschen geht das so aber leider nicht. Hier bestimmen die Informationsmedien, was zur Sprache, was zur Ansicht kommt, was Konvention ist \u00a0und welche Trends oder Moden in Zukunft das Stra\u00dfenbild bestimmen werden. Der Lebensbereich, den ein einzelnes Mitglied einer Gesellschaft selbst \u00fcberblicken kann, ist im Verh\u00e4ltnis zur Gesamtheit sehr klein. Besonders industrialisierte, komplexe und arbeitsteilige Gesellschaften h\u00e4ngen daher am Tropf der Informationsmedien. Woher stammen jetzt aber die Vorstellungen genau, die dar\u00fcber bestimmen, welche Kleidung zu tragen, welches Auto zu fahren und welche Kleinger\u00e4te zu verwenden sind und weiterhin, ob eine Brust zu klein oder zu gro\u00df, der Bauchspeck sehr schick oder h\u00e4sslich oder die Haarfarbe sportlich oder punkig ist?<!--nextpage--><\/p>\n<p>In komplexen Gesellschaften richten sich die Inhalte der Konvention in aller Regel nach der H\u00e4ufigkeit der Eindr\u00fccke, die einen Einzelnen erreichen. Wenn also alle Kollegen oder Kolleginnen bestimmte Kleidung oder Ger\u00e4tschaften verwenden, ich diese st\u00e4ndig zu sehen bekomme, ist die Idee nicht weit, so etwas in dieser Form ebenfalls besitzen zu wollen. Es ist somit oft das gesehene Bild der anderen in meinem direkten Umfeld, die meine eigenen Vorstellungen formen und f\u00fcr mich so zum Vorbild werden. Eine weitere Herkunft formen die Organisationen, die eine Ware oder Dienstleistung anbieten wollen und daher zum Mittel der Werbung greifen. Werbung, wir erinnern uns, arbeitet mit sich h\u00e4ufig wiederholenden Bildern und Aussagen, mit denen wir eine positive und sehnsuchtsvolle Vorstellung verbinden. Solche sind zum Beispiel der Palmenstrand, der Sportwagen, die tolle Figur (woher auch immer kommt, was an einer Figur toll sein soll) oder auch solche Sachen wie das besondere Erlebnis, das besondere K\u00f6nnen und die beeindruckende Ausstrahlung, die durch diese Qualit\u00e4ten bei den Mitmenschen aufgerufen werden kann.<\/p>\n<p>Die beschriebenen Verh\u00e4ltnisse sind nicht besonders geeignet, sinnvolle Selbstoptimierungen zu planen und an sich vorzunehmen, da diese sich ja selten auf die Bed\u00fcrfnisse einer einzelnen Person, sondern auf die bereits beschriebenen anderen Ursachen zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Hier spielt einerseits die Bereitschaft der Medien, Konventionsinhalte zu verbreiten, eine bedeutende Rolle, andererseits m\u00fcssen Ergebnisse und Wissen, die einen Inhalt bilden sollen, ja irgendwoher kommen. Untersuchungen von Meinungsforschern, schlicht Studien genannt, entscheiden oft dar\u00fcber, was die Medien als gesund, modern, ansprechend, statusbildend erkennen oder was sonst noch toll sein soll. Diese k\u00f6nnen aber meist nur von Firmen oder Beh\u00f6rden in Auftrag gegeben werden, die einerseits gen\u00fcgend Geld besitzen, um die Forschung auch zu bezahlen zu k\u00f6nnen und die andererseits die Waren, deren Verteilung und die Ausr\u00fcstungen, die ben\u00f6tigt werden, bereitstellen. Das dabei oft Ergebnisse herauskommen, die als von den Sponsoren gew\u00fcnscht und vielleicht sogar bestellt angesehen werden m\u00fcssen, ist nicht nur eine kritische Unterstellung. Anders sind zum Beispiel die stets wechselnde Beurteilung der Eignung \u00a0von Di\u00e4ten, die st\u00e4ndig sinkenden Normwerte f\u00fcr Blutparameter, die wechselnden Listen f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung, die lebensverl\u00e4ngernde Wirkung von sportlichen Aktivit\u00e4ten und das richtiges Verhalten im Krankheitsfall usw. nicht zu erkl\u00e4ren. Wie also erschlie\u00dfen sich die ben\u00f6tigten Parameter dem Einzelnen, der \u00fcber eine Selbstoptimierung nachdenkt? Wie erfahre ich also wirklich, ob ich zu dick bin oder zu d\u00fcnn, ob und welchen Sport ich treiben sollte und wann ich genug oder ausreichend schlafe, ob ich genug Vitamine und gesundes Essen zu mir nehme und wie viele Freunde ich im Netz aufweisen muss, um medial dabei zu sein? <!--nextpage-->Im Grunde genommen erscheint unsere Ausgangsfrage falsch gestellt zu sein. Die Richtwerte, nach denen wir urteilen, sind heute meist nicht mehr eindeutig zuzuordnen. Ist etwas wirklich gesund oder hat die Industrie nur ein Umsatzinteresse daran. Auch sind Menschen verschieden und lassen sich nicht so einfach \u00fcber einen Kamm scheren. Und oft bestimmt ja nicht nur ein Wunsch die Optimierungs\u00fcberlegung, sondern vielmehr das Gef\u00fchl eines Mangels? Und es wird nicht selten zu beobachten sein, dass sich nach der Umsetzung zwar der Wunsch erf\u00fcllen mag, aber der Gehalt dann doch nicht die Zufriedenheit bewerkstelligt, die beabsichtigt wurde? Wie entscheidet man also sinnvollerweise die Frage, ob eine gew\u00fcnschte, geforderte oder m\u00f6gliche Optimierung vorgenommen werden soll. Ich denke da nicht nur an Operationen und Tattoos, welche dann ein Leben lang wirksam oder sichtbar bleiben. Zu nennen w\u00e4ren in diesem Sinne auch der Berufswechsel, der Partnerschaftswechsel, ein anderes Lebensgef\u00fcge, ein anderes Sozialgef\u00fcge, das Auswandern, neue Ern\u00e4hrungsgewohnheiten, ein anderer oder \u00fcberhaupt Sport, die Hinwendung zu Spiritualit\u00e4t und viele andere M\u00f6glichkeiten mehr. Wie kann ich sicher sein, und wenn das schon nicht zu 100% geht, welche Methode kann mir bei der Entscheidung helfen? \u00a0Gibt es \u00fcberhaupt hier so etwas?<\/p>\n<p>Mit diesen Fragen setzen sich die verschiedensten Wissenschaften seit Jahrhunderten schon auseinander, und jede Richtung unter ihnen gibt andere Antworten. Da gibt es Religionen, die bestimmte Auffassungen \u00fcber das Leben vertreten, die Geisteswissenschaften, die \u00fcbers Nachdenken und Untersuchen zu einem Ergebnis kommen, da gibt es Weltanschauungen, die das ein oder andere Detail eines Lebens ganz unterschiedlich betrachten. Eine Aufforderung, sich das alles anzueignen, w\u00fcrde sich zu einer unl\u00f6sbaren Aufgabe verdichten. Sisyphus l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Aber tats\u00e4chlich gibt es eine Methode oder besser gesagt ein methodisches Geflecht, das bei der Frage hilfreich sein kann. Aber darin gibt es keine Anleitung, was genau zu tun sei, sondern es beschreibt mehr ein Verfahren, mit dem ich meine Gedanken, Zweifel und Vorstellungen besser ordnen kann. Das Verfahren besteht darin, alle Aspekte einer Fragestellung zu beleuchten und f\u00fcr sich selbst belastbare Antworten zu finden. Es versucht, die Neigung der Menschen, eine Emotion und deren Verwirklichung, Vermeidung oder Erf\u00fcllung in den Vordergrund zu stellen, durch pr\u00e4zise gestellte Fragen abzuschw\u00e4chen oder sogar ganz aufzul\u00f6sen und damit zu einer mehr rationalen Antwort zu kommen, die auch \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg Bestand haben kann. Besonders f\u00fcr junge Menschen ist das sehr wichtig, da einerseits die Emotionen noch hoch kochen und der Zeitraum, der zu leben noch vor ihnen liegt, sehr lang sein kann. Nehmen wir einmal eine einfache Frage wie ein Tattoo.\u00a0 Zun\u00e4chst einmal w\u00e4ren nachstehende Fragen ehrlich zu beantworten:<\/p>\n<ol>\n<li>Woher stammt die Idee genau?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Ist also die Idee wirklich auf meinem Mist gewachsen oder folge ich nur der Tatsache, dass mein Freundeskreis, mein Partner oder meine Kollegen so etwas haben machen lassen oder sich das von mir w\u00fcnschen und ich nur nachfolge, um dazu zu geh\u00f6ren. Ist von mir (+), Ist nicht von mir (-).<\/span><\/li>\n<li>Wem oder was w\u00fcrde es n\u00fctzen?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Ein Bild ist wo auch immer es auftritt von Anschauen her meist ein kurzes Vergn\u00fcgen. Ist es erst bekannt, gewohnt und akzeptiert, wird es schnell uninteressant (-).<\/span><\/li>\n<li>K\u00f6nnte meine Entscheidung m\u00fche- und folgenlos r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Im Falle eines Tattoos ist das so schnell und problemlos nicht m\u00f6glich(-).<\/span><\/li>\n<li>Wird es mir ein Leben lang gefallen k\u00f6nnen?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Da sich Menschen \u00e4ndern, anpassen und entwickeln, muss ich eher zu der \u00dcberzeugung kommen, das es mir nicht ein Leben lang gefallen kann (-).<\/span><\/li>\n<li>Gibt es mir wichtige Menschen, die meine Entscheidung ablehnen werden?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Es gibt immer unterschiedliche Ansichten, egal welches Thema auch betrachtet werden wird (-).<\/span><\/li>\n<li>Beeintr\u00e4chtigt es meine Gesundheit?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Jeder Eingriff ins Innere des Menschen ist als eine St\u00f6rung anzusehen (-).<\/span><\/li>\n<li>Was genau soll die Entscheidung erbringen?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ist es eine Gruppenzugeh\u00f6rigkeit, ein Weltbild, ein Gef\u00fchl von politischer oder spiritueller Zugeh\u00f6rigkeit oder eine Absichtserkl\u00e4rung. Was genau soll es ausdr\u00fccken und wie lange wird dieser Ausdruck gelten. F\u00fcr immer? Eine seltsame und meist unbegr\u00fcndete Vorstellung (-).<\/span><\/li>\n<li>Wer au\u00dfer mir kann das in meinem Sinne verstehen?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Menschen sind unterschiedlich, und genau so wird auch die Einsch\u00e4tzung sein, die das Bild hervorruft (-).<\/span><\/li>\n<li>K\u00f6nnte sich mein Lebensgef\u00fcge \u00e4ndern?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Ja, auf jeden Fall. Wer heute Polizist oder Flugbegleiter werden m\u00f6chte, in beratenden oder repr\u00e4sentativen Berufen t\u00e4tig sein m\u00f6chte, kann sich Tattoos nur dort leisten, wo sie nicht offen gesehen werden (-).<\/span><\/li>\n<li>Hat das Aufkommen der Frage etwas mit Widerstand zu tun?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Mache ich das vielleicht nur, um meine Eltern zu \u00e4rgern, weil sie sich mir gegen\u00fcber nicht so verhalten, wie ich mir das w\u00fcnsche oder so \u00e4hnlich? Viele dieser Bilder entstehen aus der aus der Pubert\u00e4t gewohnten Abwehrhaltung der Familie gegen\u00fcber (-).<\/span><\/li>\n<li>W\u00e4re es f\u00fcr mich oder die Allgemeinheit n\u00fctzlich?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Ich kann ein Bild auf der Haut nicht als n\u00fctzlich empfinden, einmal gesehen, und gut ist es (-).<\/span><\/li>\n<li>W\u00e4re es f\u00fcr mich oder die Allgemeinheit heilsam?<br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Was heilt ein Tattoo anders als ein Gef\u00fchl eines Mangels (-), n\u00e4mlich das ich mein K\u00f6rper der Versch\u00f6nerung bedarf und ich nicht so bin ich es mir w\u00fcnsche?<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn ich diese 12 Fragen beantworte, werde ich wie am Beispiel zu sehen ist zu einer negativen Entscheidung kommen und mir kein Tattoo stechen lassen. Ein Minuszeichen wurde verteilt f\u00fcr ein klare Ablehnung oder einer ungewisse Antwort, ein plus nur f\u00fcr eine eindeutige zustimmende Aussage. Andere Menschen k\u00f6nnten die Fragen nat\u00fcrlich anders beantworten. Stellen Sie sich diesen Fragen mal zu einem der Themen wie einer Brust(Penis)-Vergr\u00f6\u00dferung\u00a0 oder -Verkleinerung, einer umfangreichen Fettabsaugung, zu einer Gesichtskorrektur, zu Botox-Injektionen, der Frage, ob Sie in die Politik einsteigen sollten, sich k\u00fcnftig nur noch Vegan ern\u00e4hren oder nach Australien auswandern wollen, bevor Sie sich ihrer eigentlichen Fragestellung zuwenden, und schauen Sie dazu dann auch mal ins Internet, was andere dazu zu sagen haben und wie es ihnen nach ihrer Entscheidung ergangen ist. Wie immer im Leben ist Lernen der Anfang, Tun die Folge und dazu Stehen-K\u00f6nnen die Herausforderung. Etwas \u00dcbung und ein paar Informationen zu einer Aufgabenstellung k\u00f6nnen also nicht schaden. Entsprechende Fragen lassen sich zu jeder Form der Selbstoptimierung in gleicher Weise stellen. Sie m\u00fcssten hier und da allerdings etwas angepasst werden. Es geht in aller K\u00fcrze formuliert immer zuerst um die Aufgabe, Klarheit zu gewinnen \u00fcber die Motivationen, die den Entscheidungen, sich ver\u00e4ndern zu wollen oder zu m\u00fcssen, zugrunde liegen.\u00a0<!--nextpage--><\/p>\n<p>Sich darauf verlassen, dass die Konvention oder die Mode schon wei\u00df, was f\u00fcr mich jetzt gut und richtig ist, erscheint mir in der heutigen Zeit eine nicht allzu vorteilshafte L\u00f6sung zu sein. Das sehr viele Menschen dieses so zu sehen scheinen und auch so zu handeln pflegen, sollte kein Argument sein, es selbst und f\u00fcr sich ebenso zu verhalten. Es sind sowieso eher die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gestaltungen, mit denen Menschen als Besonderheit auffallen und die dann erst nach und nach zur Mode werden. In der Masse eingetaucht und somit medial fast unsichtbar zu sein mag f\u00fcr ein ruhiges und entspanntes Leben durchaus erw\u00e4genswert sein, allerdings werden dann wahrscheinlich keine Selbstoptimierungsnotwendigkeiten bestehen. Zu erw\u00e4gen w\u00e4re diese nur\u00a0 in den seltenen F\u00e4llen, wo ein Erscheinungsbild sich sehr negativ aus der Masse heraushebt, ein entspanntes Leben st\u00f6rt (Entstellung, Krankheit, Bildungsdefizit) oder der Wunsch besteht, sich dezidiert als \u201eherausgehoben\u201c zu etablieren. Zum letzteren Motiv geh\u00f6ren so W\u00fcnsche wie ein Star zu werden, gro\u00df in der Wirtschaft, Politik, Kunst oder Wissenschaft zu wirken oder bei einer Partnersuche einen bestimmten Personenkreis beeindrucken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Alles in allem bin ich der \u00dcberzeugung, dass eine Motivation, der ich mich ausgesetzt f\u00fchle, dezidiert zu hinterfragen ist, um mir Klarheit zu verschaffen. Das Manipulation und emotionsgeladene Beeinflussung heute an der Tagesordnung sind, erscheint mir zumindest unbestritten. Die vereinnahmenden Bilder, die unz\u00e4hligen Slogans, die Wortumdeutungen und die st\u00e4ndigen Bel\u00e4stigungen (Telefon, Mail, versteckte Werbung in Nachrichten, Filmen und Radiosendungen) erscheinen mir allgegenw\u00e4rtig. F\u00fcr sich selbst und unbeeinflusst von alldem eine Meinung zu bilden ist eine schwere Aufgabe. Die Technik des Hinterfragens auf hohem Niveau ist dazu eine gute, hilfreiche und brauchbare Methode. Zugegeben, sie kostet Zeit, aber eine falsche Entscheidung wird nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Nerven kosten. Und mancher emotionale Schnellschuss kann ein ganzes Leben ver\u00e4ndern, manchmal zum Positiven, h\u00e4ufiger aber zum Negativen hin. Wir stehen heute nicht nur in einem Leben, sondern erscheinen vielmehr lebend in einem kulturell beherrschten Umfeld. Die Kultur verzeiht nicht, das Leben schon. Die M\u00f6glichkeit der Selbstoptimierung geh\u00f6rt zu den kulturellen Errungenschaften. Mit dem Leben an sich hat das wenig zu tun.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F606&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F606&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D606&text=Was%20ist%20Selbstoptimierung%3F\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D606\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben heute in deiner Zeit, in der das Stichwort Selbstoptimierung st\u00e4ndig in aller Munde liegt. 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