{"id":756,"date":"2019-09-16T09:43:03","date_gmt":"2019-09-16T09:43:03","guid":{"rendered":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=756"},"modified":"2019-09-16T09:43:06","modified_gmt":"2019-09-16T09:43:06","slug":"das-ende-der-geschichten-eine-denkreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=756","title":{"rendered":"Das Ende der Geschichten? Eine Denkreise"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich, ja\nrichtig, eigentlich habe ich l\u00e4ngst genug von all den Geschichten,\ndie mir einreden wollen, so und so oder nicht so und deshalb und\ndarum zu sein. Sie stimmen einfach nicht, diese Geschichten, nicht\nhinten, nicht vorne, und in der Mitte ganz und gar nicht. Es gab\nhistorisch niemals einen Anfang, und ein Ende wird es daher auch\nnicht geben k\u00f6nnen. \n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tats\u00e4chlich\nerschlie\u00dft sich mir das Leben so, dass ich irgendwann aufgewacht bin\nund somit einer Welt begegnete, so wie sie einfach ist. Diese Welt\nwurde nicht geschaffen, verdankt nichts und niemand ihr Sein, ist\nauch nicht von irgendwo gekommen und strebt auch nicht zu einem Ziel\nhin. Zumindest gibt es daf\u00fcr keinen wirklichen Beleg. Sie ist, sonst\nnichts. Soweit ist mir die Sache klar. Und weil ich mich in dieser\nWelt befinde, bin ich nicht automatisch Herr, Knecht oder Diener. Ich\nbin nur ein sehr kleiner Teil dieser Welt wie alle Dinge\neinschlie\u00dflich aller anderen Lebewesen auch. Und ich habe die\nFreiheit zu leben wie alles andere auch. Alles und jedes sollte darin\nseinen Platz finden und niemand sollte die M\u00f6glichkeit wahrnehmen\nd\u00fcrfen, dar\u00fcber zu entscheiden, was wann und wo etwas sein darf und\nwas nicht. Doch dieser absolute Anspruch hat seine Grenzen, denn wie\nalles mir Bekannte ist \u201ewerden und vergehen\u201c eine der\nGrundstrukturen dieser Welt, so wie wir sie nun einmal kennen. Werden\nund vergehen in der Welt hei\u00dft, geboren zu werden und zu sterben,\ndarin essen und trinken zu m\u00fcssen, darin seinen Platz finden und\nauch halten zu m\u00fcssen, darin Tr\u00e4ume zu haben und auch\nEntt\u00e4uschungen zu erleben. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist in meiner Vorstellung einfach nicht so, das geboren zu werden ein Gl\u00fcck, und sterben zu m\u00fcssen eine Plage ist. Stellt man sich ein Leben ohne sterben vor, so ist unser erster Gedanke bestimmt nicht das Gl\u00fcck, endlich ohne diese Konsequenz ewig in den Tag hinein zu leben. Ohne ein Ende zu leben hei\u00dft, dass nichts mehr Bedeutung gewinnt, nichts mehr sich ver\u00e4ndert, nichts mehr geschieht, alles so bleibt, wie es ist f\u00fcr die Ewigkeit. Der gleiche Tag immer wieder, kein \u00e4lter werden, keine Erfahrung sammeln, keine Freude \u00fcber Neues oder Sinnstiftendes mehr finden. Irgendwann wei\u00df ich alles und fange nichts damit mehr an, weil es egal geworden ist. Wie trostlos, wie leer. Obwohl, wie \u201eleer\u201c zu sein ist f\u00fcr viele Menschen schon ein Anreiz. Viele spirituelle Traditionen werben mit diesem Ziel, halten leer zu sein (im Denken) f\u00fcr das Ziel aller Ziele. Ist das aber wirklich so? Ist es wirklich das Ziel dieser Verfahren, \u201eleer\u201c zu sein in diesem Sinne. Ich glaube das so nicht. Leer zu sein als Ziel der Meditation hei\u00dft nicht nicht zu denken. \u201eLeer zu sein\u201c hei\u00dft, dem Werden und Vergehen, dem Wandel nicht im Wege zu stehen, der alles Lebende auszeichnet. Es hei\u00dft, auf dem Weg der Wandlung zu leben, mehr noch, diesen Pfad zu sehen und ihm zu folgen, ohne Widerstand, ohne all die Emotionen, W\u00fcnsche und Ziele, denen wir so sch\u00f6ne Namen gegeben haben wie Begierde, Zorn, Hass, Neid, Wahn, Lust oder Macht. Einfach tun, was das Leben, das ich f\u00fchre, verlangt, zu essen, wenn es hungert, zu schlafen, wenn es m\u00fcde ist, sich einen neuen Platz zu suchen, wenn der alte nicht mehr f\u00fcr das Leben spendet. Und das dabei nicht alles gelingen kann, sollte uns nicht wundern. Wenn viele eine Platz f\u00fcr sich suchen, wird es auch Reibung geben, zumal unser Planet sich mit immer mehr Menschen f\u00fcllt. Es ist daher nicht verwunderlich, das die Weisen aller Traditionen sich stets in die Einsamkeit zur\u00fcckzogen. Denn wer dieses leere Leben f\u00fcr sich zu leben anstrebt, st\u00f6\u00dft regelm\u00e4\u00dfig mit denen zusammen, die diese Erkenntnis nicht machen konnten oder diese gar ganz und gar ablehnen. Das war fr\u00fcher so, das ist heute so und wird in Zukunft auch so bleiben.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Lebewesen sich\nern\u00e4hren m\u00fcssen, das Lebewesen sich nur von Leben ern\u00e4hren k\u00f6nnen,\nist eine Binsenweisheit. Auch das Salatblatt ist schlie\u00dflich Leben. \nEs stellt sich aber nicht die Frage, ob wir es tun m\u00fcssen, sondern\ndie Frage lautet vielmehr: Wie wir es tun, damit auch anderes Leben\nseinen Raum behalten kann? Muss sich, um Klartext zu reden, der\nMensch immer weiter ausbreiten und diesem Planeten ersticken? Und\nmuss sich der Mensch so ma\u00dflos bedienen an den Ressourcen der Natur,\ndas der ganze Lebensraum immer schneller im Chaos versinkt? Wir\nMenschen leben ja auch nicht in Gemeinschaften, auch wenn das immer\nso erz\u00e4hlt wird, sondern wir leben in Parzellen, eingez\u00e4unt,\ngepflegt. Wehe dem Unkraut, das sich auf den heimischen Rasen\nverirrt. Wir leben von anderen Parzellen isoliert und sind f\u00fcr alle\nLebewesen, die wir nicht niedlich finden, unzug\u00e4nglich. Auch der\nungeliebte Nachbar, Mensch seinesgleichen, findet keinen Zugang in\nunsere heilige Parzelle. Ist das Gemeinschaft, Gemeinschaft unter\nMenschen, Gemeinschaft unter Lebewesen, in der Natur, in der Welt?\nIst es wirklich das Ziel des Lebens, in Parzellen zu wohnen? Geht\nweiterhin das T\u00f6ten, das wir tun m\u00fcssen, nur so wie wir es jetzt\ntun? M\u00fcssen wir unser lebendes Essen in Schachteln aufziehen, an\neinem artgerechten Leben hindern von ersten bis zum letzten Tag, oder\ngeht das auch anders? Das sind Fragen, die auf den N\u00e4geln brennen.\nIch sehe nicht einmal einen Anfang einer Antwort, die als L\u00f6sung\nBestand haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann hatte ich\nnoch die Tr\u00e4ume, W\u00fcnsche und die Entt\u00e4uschungen genannt, die\nebenso zum werden und vergehen geh\u00f6ren wie die schon ausgef\u00fchrten.\nWas sind Tr\u00e4ume? Woher kommen W\u00fcnsche? Was ist eine Entt\u00e4uschung?\nDiese Fragen sind schwer-wiegend und weit-reichend, denn sie\nbestimmen den Gro\u00dfteil unseres mentalen Lebens. Wo kommen Tr\u00e4ume\nher, nicht die, an die wir uns morgens nach dem Erwachen dunkel\nerinnern, sondern gemeint sind die Tr\u00e4ume, die zum Leben erweckt\nwerden, indem ich strebe, verfolge, entwickle und investiere. Es sind\ndie Tr\u00e4ume, die uns einen Tag \u00fcberstehen lassen, der, seien wir\nehrlich, nahezu keine Zeit mehr l\u00e4sst zum Leben. Und haben wir es\ndann geschafft, ein Leben eingerichtet, so wie es eben geht, dann\nkommen die W\u00fcnsche, die uns immer weiter treiben. W\u00fcnsche sind,\nwenn wir ehrlich gestehen, all das zu besitzen, zu tun und zu leben,\nwas andere auch getan, bekommen oder verdient haben. Was ich nicht\nkenne, w\u00fcnsche ich nicht. Ich kann nur w\u00fcnschen, was ich kenne, und\nda ich etwas zu haben w\u00fcnsche, das ich noch nicht habe, kann es nur\netwas sein, was andere mir gezeigt oder erz\u00e4hlt haben. Krass\ngefragt, muss ich, um wer zu sein, auf dem Mount Everest gestanden\nhaben? Ich war mal auf dem h\u00f6chsten Berg Deutschlands, der\nZugspitze. Sie lag voll im Nebel, und ich habe nichts gesehen au\u00dfer\nW\u00e4nden, Schnee und habe dort eine Gastst\u00e4tte besucht, in der\nschlechtes Essen verkauft wurde. War das eine Entt\u00e4uschung? Nein. Es\ngibt Fotos, die ich auch im Internet mir h\u00e4tte ansehen k\u00f6nnen. Aber\nich konnte wochenlang erz\u00e4hlen, auf der Zugspitze gewesen zu sein,\nund ich konnte auch die Bilder zeigen, die ich gekauft hatte. Was f\u00fcr\nein Irrsinn. Eine Entt\u00e4uschung ist das herausfallen aus einer\nT\u00e4uschung. Ich hatte sozusagen etwas falsches im Kopf und musste es\nbemerken. Ist das gut oder schlecht? Die Frage ist nicht so einfach\nzu beantworten. Denn wenn ich den Berg nicht besucht h\u00e4tte, w\u00fcrde\nich von anderen als tr\u00e4ge eingestuft. So war es halt nur ein Pech\nmit dem Wetter. Somit w\u00e4re in diesem Fall eine Ent-T\u00e4uschung\ngewesen, wenn ich gelernt h\u00e4tte, das etwas zu tun, um erz\u00e4hlen zu\nk\u00f6nnen, schlichtweg nicht der Freude meinerseits, sondern dem\u2026 ja\nwas eigentlich, dem\nNeid der anderen Futter gibt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt\nmal ganz ehrlich? Ist das alles, was ich hier bis jetzt geschrieben\nhabe, nicht traurig und desillusionierend? Dieser\nInhalt ist mir eingefallen,\nals ich einen Brief eines Freundes zu beantworten begonnen hatte. Der\nHilferuf lautete kurz gesagt etwa so: Wie\ndie Stille und die Ruhe zu\nHause denn zu ertragen\nist, wenn es gelingt, diese sich auch\neinfinden zu lassen. Ich\nhabe diesen Brief mit den nachfolgenden Zeilen beantwortet: \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ich bemerkt und in letzter Zeit aufgenommen habe ist die Tatsache, dass man sich selbst nicht \u00e4ndern kann und auch nicht braucht. Eine verr\u00fcckte Ansicht? Nein! Meiner Meinung und Erfahrung geht es einzig und allein darum, sich bewusst zu werden, was im Leben nicht stimmt. Und dann, wenn das geschehen ist, aufmerksam zu sein und m\u00f6glichst fr\u00fch zu bemerken, wann ich wieder mal geneigt bin, wie gewohnt in die falsche Richtung zu steuern. Und dann ist es relativ einfach, sich eine andere Neigung zu geben. Das ist ein wenig so wie auf einem Brett zu balancieren. Zun\u00e4chst ist die Ausgleichsbewegung grob, aber mit der \u00dcbung wird sie immer feiner, und bald entwickelt sich das, und du brauchst die gro\u00dfe Aufmerksamkeit nicht mehr, weil die innere Natur gelernt hat, auf dem Brett stabil zu sein. Ein Prozess wie ein Leben ist etwas flie\u00dfendes, das nicht aufgehalten werden darf, um laufen zu k\u00f6nnen. Grobe Korrekturen st\u00f6ren das Flie\u00dfen. Daher spreche und handle ich mehr von \u00c4nderung, sondern mehr im Sinn von Neigung oder geneigt sein, und \u00fcberlasse den Rest dem &#8222;in der Welt sein&#8220;. Es geschieht, und ich lasse geschehen, und wenn es falsch l\u00e4uft, neige ich mich in die mir besser erscheinende Richtung und warte geduldig auf die Richtungs\u00e4nderung. Aber ich bleibe nicht stehen, kehre nicht mehr um, versuche nicht mehr mich umzubauen oder vertiefe mich nicht mehr in die Geschichten, die eigentlich nur tr\u00f6sten sollen. Das ist eine etwas selten angewandte Art der Wandlung, die gerne in der Psychologie und Philosophie \u00fcbersehen und wenig kommentiert wird, weil sie keine Br\u00fcche erzeugt, die zu einem Ahaaa- oder Ohhh-Erlebnis f\u00fchren, was Auflage schafft und wissenschaftliche Diskussionen erzeugt. Der Wandel darin entsteht still und leise und eckt nicht nur nicht an, sondern geht mehr wie selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber die B\u00fchne. Das ist meine neue Art heute, mich zu wandeln. Das gibt mir Frieden und l\u00e4sst mich jetzt selbst in der Langeweile des Rentnerlebens noch getragen und still sein.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was\nhei\u00dft das jetzt im Kontext eines Lebens? Was\ntun? Was denken? Wie antworten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir\nleben alle in unseren Geschichten. Diese bilden n\u00e4mlich die Basis\nf\u00fcr unser Denken. Denken findet nicht in der Welt, sondern auf den\nmentalen Ansichtskarten der Welt statt. Ohne die Begriffe, die Dinge\nauf den Karten in Absprache mit anderen erhalten, k\u00f6nnen diese nicht\nin Beziehung zueinander gebracht werden. Die Begriffe wie Namen und\nderen Erscheinungen, Bewegungen, Ver\u00e4nderungen bilden Sprachen.Was\nin der Sprache, die wir zu sprechen gelernt haben, abgebildet werden\nkann, ist die Basis unseres Denkens. Hier\nentstehen diese Tr\u00e4ume, W\u00fcnsche und Entt\u00e4uschungen, um nur drei\nMotive zu nennen. Wor\u00fcber wir uns also klar werden m\u00fcssen, ist die\nBeschaffenheit dieser Basis des Denkens. Was sagt diese Basis \u00fcber\nunser Leben aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da\nist, um irgendwo zu beginnen, die Aussage: Ich denke&#8230;\nUnd da wir glauben, das\nbegr\u00fcnden zu m\u00fcssen,\nhei\u00dft es: &#8230;also bin ich. Cogito ergo sum, ich denke, also bin ich.\nUm sich diesen Satz in seiner N\u00fctzlichkeit\nklarzumachen, gen\u00fcgt es, einfach mal von einem anderen Ding\nauszugehen und zB. zu sagen: Es hat\neine Eigenschaft, also\nist es: Wasser ist nass,\nalso ist es. Aber der\nFehler liegt ja nicht, wie\nwir sehen werden, nur in\nder Schlussfolgerung,\nsondern schon in der <strong>Absicht<\/strong>,\ndie erlebte\nWirklichkeit\nbegr\u00fcnden zu m\u00fcssen. Das muss ich nicht! <br>\nGrabe\nich weiter, komme ich zu der Frage, die da hei\u00dft: Ich <strong>bin<\/strong>?\nOder anders gefragt: Bin ich? Was hei\u00dft das? Sein, so wie es gedacht\nwird, setzt eine Substanz,\neinen Geist voraus, der nicht dem Leben unterliegt, der also nicht\nvergeht, somit ewig ist. W\u00e4re das nicht ewig, w\u00e4re \u201eSein\u201c eine\nfalsche Aussage, denn sie h\u00e4tte Anfang und Ende und w\u00fcrde vergehen,\nalso nicht ewig sein.\nSomit m\u00fcsste ich mich fragen, ob sich in der Basis meines Denkens\nnicht schon einen Fehler eingeschlichen hat, denn ob es diese\nGrundsubstanz\/Geist \u00fcberhaupt gibt, wei\u00df ich nicht. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und\ndann ist da ja noch das \u201e<strong>Ich<\/strong>\u201c,\ndas denkt, also auf der Karte mit den Namen der Dinge Beziehungen und\nEinteilungen vornimmt und zu Schlussfolgerungen kommt. Wenn ich einen\nStein von Ort A nach B verlege, habe ich etwas getan. Das \u201eIch\u201c\nist dabei das Lebewesen Mensch, das in der Welt lebt und wahrgenommen\nhat, einen Stein verlegt zu haben. Ist klar, also wor\u00fcber reden wir\neigentlich? Wenn ich aber nur\ndie Absicht bekunde, einen\nStein von A nach B verlegen zu wollen, wer ist \u201eIch\u201c\ndann? Ist\ndie Idee bereits eine Substanz, ein Geist, oder was auch immer? Was\nist, wenn ich den Schwerpunkt meines Denkens auf die Frage lege, was\nder Stein auf B in Beziehung zu A bedeuten k\u00f6nnte, wenn\nich ihn verlegen w\u00fcrde? A\nund B sind darin Punkte auf einer gedachten, abgesprochenen\nLandkarte, deren Existenz nicht wirklich belegbar ist. Und dann\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese\nunsinnige Satz\nist doch nur der Anfang einer endlosen Diskussion, die wie ein Keim\nimmer neue Keime produziert. Das geht weiter und weiter und weiter\u2026\nund was daraus entsteht sind:\nTr\u00e4ume, W\u00fcnsche und Ent-T\u00e4uschungen. In\nder Basis unseres Denkens gibt es viele S\u00e4tze dieser Art, die\nzerpfl\u00fcckt schlicht und einfach nichts bedeuten, nichts\nbewirken und aussagen.\nViele davon sind einfach\nnur falsch oder\nzeigen sich als willk\u00fcrlich gesetzt: Ich komme leer auf die Welt und\nhabe die Aufgabe zu lernen. Da war\/ist ein Gott, der das so wollte\nund das getan hat. Er hat mich erschaffen nach seinem Ebenbild. Daher\ndarf ich als auserw\u00e4hltes Ebenbild (Der\nEsel zum Beispiel darf das nicht.)\nauch oft Gott\nspielen. Gott macht keine Fehler, also sein\nEbenbild auch nicht. Mein\nLernen orientiert sich an den Beispielen, die mir in\nden Jahren der Ausbildung begegnen.\nVater, Mutter werden von\nmir kopiert, und ihr\nLebensablauf bestimmt somit direkt den meinen. Verlieren Eltern in\nder Pubert\u00e4t ihre gro\u00dfe\nBedeutung,was\ngar nicht so selten\nvorkommt, \u00fcbernehmen\nVorgesetzte, Promis und Freunde diese Aufgabe, mir ein Beispiel zu\nsein. Und die gemeinsame Sprache samt den damit erz\u00e4hlten\nGeschichten bilden zusammen\neine Kultur, die ebenfalls\nund fortschreitend mir als\nBeispiel dient. Und so geht das weiter und weiter und weiter\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seien wir ehrlich! Nichts davon ist wirklich als Notwendigkeit belegt. Und wahr wird es erst dann, wenn ich dem auch bereitwillig mit Taten oder Denkvorg\u00e4ngen folge. Soll ich also nicht folgen? Oder soll ich dem nur nicht immer folgen? Soll ich also alles und jedes hinterfragen? Wie soll das gehen? Wonach entscheide ich? Muss ich mich immerzu entscheiden?<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fragen wir doch einmal anders herum: \u201eMuss ich \u00fcberhaupt einen Plan haben, um zu leben?\u201c oder auch mal: \u201eIst mein jetziges Leben gut oder schlecht; lebe ich also verk\u00fcrzt gefragt unter gerechten oder willk\u00fcrlichen Bedingungen?\u201c. Das sind scheinbar banale Fragen\u2026 auf den ersten Blick, denn ein zweiter Blick beschert mir genau genommen viele weitere Fragen, und die Antworten sind nicht automatisch in den Fragen enthalten, sofern das, wie die Philosophie verk\u00fcndet, die falschen Fragen waren. Es sind eben grundlegende Fragen, die ein allt\u00e4gliches Fragen, ein Suchen und ein Finden-K\u00f6nnen erst begr\u00fcnden. Wenn es mir also gut geht, gibt es wohl keinen Grund, mein Leben zu \u00e4ndern? Wenn es mir folglich schlecht geht, sollte ich aber mein Leben ver\u00e4ndern! Aber geht das? Es scheint ja nicht so einfach zu sein. Wenn ich unter gerechten Bedingungen lebe habe ich Gl\u00fcck, unter willk\u00fcrlichen Bedingungen dagegen hatte ich bis heute Pech. Stimmt das? Und wenn \u201eja\u201c, kann ich das ja wohl nicht so einfach \u00e4ndern. Und dann dazu eine alles entscheide Frage: \u201eGibt es Gl\u00fcck und Gerechtigkeit \u00fcberhaupt? Und was muss geschehen, damit diese Frage sich beantwortet? Gen\u00fcgen dazu Definitionen? Brauche ich Moral, Ethik, Religion und Dogma, um eine mir gen\u00fcgende Antwort zu finden? <br> Wir sehen, unsere gewohnten Denkweisen finden hier, falls \u00fcberhaupt, nur sehr holprig einen Zugang zu Antworten. Das ist so, weil wir in festgelegten Motiven, Schemen, Formalit\u00e4ten, Gewohnheiten, Verfahrensweisen, Riten und Gesetzen denken. Sogar der Vorgang des Trauerns hat eine bestimmte und von allen einzuhaltende Form. Die normale Trauer ist meist in unserer Kultur ein Spiel, eine Maske, ein vorgegebenes Verhalten. \u201eNicht schlecht \u00fcber den Toten sprechen&#8230;\u201c, die echte oder auch unechte Trauer der anderen nicht durch Freude st\u00f6ren ist das Gebot auf dieser Veranstaltung. Etwas wird gesch\u00fctzt, das vielleicht gar nicht echt sein muss, und vielleicht wird etwas unterdr\u00fcckt, was wahr ist. Und dieses kleine Beispiel steht stellvertretend f\u00fcr all die ungeschriebenen und geschriebenen Gebote, die unser Leben bestimmen.<br> Geht das auch anders? Das ist eine im Moment zumindest die erste wirklich produktive Frage dieses Artikels.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir h\u00f6ren oft, wenn wir uns mit solchen Fragen besch\u00e4ftigen, das wir uns selbst oder unsere richtige Mitte finden m\u00fcssen. Ratgeber, Zeitschriften und B\u00fccher sind voll davon. Aber unser \u201eSelbst\u201c ist, wie oben bereits hinterfragt, doch nur ein Name ohne Substanz, ein Zeichen auf der Landkarte. Das als Substanz behandeln zu wollen [Mein Selbst ist\u2026], wie es im Ratgeber-Milieu oftmals geschieht, ist ein fragw\u00fcrdiges Verfahren. Gleiches gilt \u00fcbrigens auch, die Theologie bitte ich um Verst\u00e4ndnis, mit einer wie immer gearteten Seele oder Monade. Und auch die Existenz eines Atman ist nebenbei erw\u00e4hnt bisher unbelegt. <br> Und die Mitte? Ja, das ist ein Problem f\u00fcr sich, das einige Worte mehr bedarf. Ist die Mitte wirklich nur das mathematische Mittelding zwischen zwei Extremen? Was ist das Mittel zwischen gut und b\u00f6se, heilsam und sch\u00e4dlich, n\u00fctzlich und sinnfrei: Langweilig vielleicht? Wie findet ein Mensch, der geliebt werden m\u00f6chte und niemanden findet, der dieses Gef\u00fchl in ihm ausl\u00f6st, seine Mitte? Wo ist die Mitte in der Gesellschaft? Und ruht die Mitte immer, oder kann sie auch bewegt sein? Was ist diese Mitte eigentlich? Meiner Ansicht nach sind das gute Fragen, und gute Antworten darauf sind eher rar.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beginnen\nwir mit einem Zitat eines China-Kenners und Philosophen, Francois\nJullien (aus \u201eDer Weise H\u00e4ngt An Keiner Idee\u201c, Seite 33):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n\u2026 <em>Diese \u201erechte Mitte\u201c\nist deshalb \u201erecht\u201c, weil sie reguliert ist: Man verharrt oder\n\u201eerstarrt\u201c in keiner Position, sondern bewegt und entwickelt sich\nunabl\u00e4ssig, um sich der Situation anzupassen; es gibt zwar eine\n\u201eMitte\u201c, doch ist sie doppelt: Sie befindet sich an den beiden\nExtremen, die beide jeweils in sich legitim sind&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich\nder Situation anzupassen, sich seiner M\u00f6glichkeiten bewusst zu sein\nund im Bereich des n\u00fctzlichen, m\u00f6glichen und legitimen, vielleicht\nsogar zusammenfassend gesagt\nim \u201eHeilsamen\u201c\ndieser Spanne zu handeln,\nnennt man in China, im chinesischen Denken die \u201erechte Mitte\nwahren\u201c. Das ist etwas anderes als Mittelma\u00df oder im \u00e4ngstlichen\n\u201esowohl als auch\u201c sich von Auspr\u00e4gungen und Festlegungen\nfernzuhalten. Das kann hei\u00dfen, das eine Mal \u00fcber die Strenge zu\nschlagen und an einem anderen Tag schlicht \u201enein\u201c zu sagen zur\nselben Anforderung, und dazwischen liegt ja noch der ganze\nGraubereich, der ebenfalls legitim sein kann. In dieser Spanne ist\neine Lebendigkeit m\u00f6glich, die fast das Gegenteil zeigt von der\nStarre eines Mittelma\u00dfes, wie es in Europa gedacht wird. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Brauchen\nwir Ratgeber um zu leben? Brauchen wir immerzu einen Plan? M\u00fcssen\nwir wirklich alles wissen und durchdringen, was uns im Leben begegnen\nk\u00f6nnte? M\u00fcssen wir uns auf jedes erdenkliche Szenario vorbereiten?\nUnd wie viel Vorsorge und Vorarbeit ist wirklich n\u00f6tig, um gl\u00fccklich\nund frei leben zu k\u00f6nnen? Ich habe den Eindruck, das wir niemals\nfertig werden mit den Anforderungen, die wir uns selbst immerzu\nstellen. Wir hetzen sozusagen\neinem Ideal hinterher, das\nviel zu\nhoch geh\u00e4ngt ist und\ndaher  niemals zu\nerreichen ist. Im Buddhismus werden alle Forderungen an einen M\u00f6nch\nmit \u201eder (die, das) rechte&#8230;\u201c begonnen. Sollten wir nicht auch\nunsere \u00c4ngstlichkeiten, unsere Anforderungen an unser\nSelbst und an die Welt um uns herum nicht auch\nmit dem Wort \u201erecht(e)\u201c\nbeginnen? Und was legt dann fest, was das \u201erechte Ma\u00df\u201c dieses\n\u201erechten\u201c ist? Vielleicht\nsollten wir einmal beginnen, dieses rechte Ma\u00df nicht festzulegen f\u00fcr\nalle Zeit, sondern intuitiv und spontan im Augenblick einfach nur das\n\u201erechte\u201c zu tun und darauf vertrauen, das das Leben lebt und\nkeinen Plan braucht, um zu gelingen. Ein Haus bauen zu wollen braucht\neinen Plan, ein Leben zu\nbauen eigentlich\nnicht. Leben, wissen,\nlernen, bedenken und sich vorstellen wie gewohnt, zu wissen, was\n\u201erecht\u201c ist, aber offen und unentschieden bleiben f\u00fcr den einen\nAugenblick, in\ndem sich das Handeln lohnt\nund vertrauen darauf, das es geht.\nDas w\u00e4re doch mal ein Plan, etwas ungewohnt vielleicht,\naber doch bedenkenswert.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun\nmehr, aus Seite 5 angekommen, frage ich mich, was um alles in der\nWelt habe ich hier zu Papier, nein, zu \u201eBits\u201c gebracht? Und wie\nkomme ich darauf, so etwas zu einem\nText zusammen\nzu schreiben?\nIch nenne das Geschriebene\nnach kurzer \u00dcberlegung\njetzt einfach einmal eine\n<strong>Denkreise<\/strong>,\nausgel\u00f6st durch einen Brief, ein Telefonat oder ein Gespr\u00e4ch denke\nich schreibend dar\u00fcber\nnach, woher und warum diese Kommunikation so\nzustande kam, was\nich ausgelassen, nicht erw\u00e4hnt, nicht bedacht habe oder haben k\u00f6nnte\nund schreibe das einfach so mal auf. Eine Denkreise eben, inspiriert\ndurch den Begriff der Phantasiereise, und ich\nf\u00fcge das jetzt\nebenso einfach der\n\u00dcberschrift hinzu. Eine\nDenkreise in diesem Sinne verfolgt keinen Plan, kein roter Faden\nzieht sich durch den Text und keine Botschaft wird verfolgt. Es steht\nda einfach so da, wie es in den Kopf geschossen kam. \n<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F756&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F756&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D756&text=Das%20Ende%20der%20Geschichten%3F%20Eine%20Denkreise\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D756\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich, ja richtig, eigentlich habe ich l\u00e4ngst genug von all den Geschichten, die mir einreden wollen, so und so oder nicht so und deshalb und darum zu sein. 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