{"id":9,"date":"2016-01-20T22:21:59","date_gmt":"2016-01-20T22:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/sperzelhp.eu\/?p=9"},"modified":"2019-01-11T12:33:37","modified_gmt":"2019-01-11T12:33:37","slug":"die-aktuellen-diskussionen-zu-yoga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=9","title":{"rendered":"Die aktuellen Diskussionen zu Yoga"},"content":{"rendered":"<div class=\"storycontent\">\n<p>:<\/p>\n<ul>Sind Haltungen wie Kopf- und Handstand, Schulterstand und Pflug zeitgem\u00e4\u00df oder eher eine Spielart vergangener Zeit? Sind diese \u00dcbungen als gesundheitsf\u00f6rdernd einz<\/ul>\n<p>Wenn man die \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber Yoga (Zeitschriften, B\u00fccher) aufmerksam verfolgt, sch\u00e4len sich drei Themenbereiche mehr und mehr heraus, die zurzeit im Fokus stehen<\/p>\n<ul>ustufen oder sollten man sie eher in die Kategorie einf\u00fcgen, die einer breiten Allgemeinheit nicht empfohlen werden kann?<\/ul>\n<ul>Muss die Sichtweise, die heute als modernes Yoga bezeichnet wird und in dem entweder eine mehr sportliche oder mehr entspannungs-technische Ausrichtung im Vordergrund steht, nicht grunds\u00e4tzlich \u00fcberdacht werden?<\/ul>\n<ul>Gerne wird heute davon gesprochen, Mut zu neuen Inhalten zu finden. Trotzdem erscheint angesichts der F\u00fclle neuer Inhalte, die m\u00f6glich geworden ist, der Fundamentalismus, mit dem jede dieser neuen Richtungen sich von der Konkurrenz abzugrenzen pflegt, eine sehr bedenkliche Kraft zu entfalten.<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span id=\"more-296\"><\/span><br \/>\nVielfalt und Abwechslung sind sicher sehr sch\u00f6ne und angenehme Umst\u00e4nde, aber bei allem Wohlwollen und jeglicher Toleranz (Toleranz meint ertragen, nicht lieben) sollte doch die Essenz des Yoga nicht aus den Augen verloren werden. Wie der Ayurveda ist Yoga unter anderem eine \u00dcbungspraxis, die Gesunderhaltung, Vorbeugung, Vermeidung und Abschw\u00e4chung von Risikofaktoren f\u00fcr den Menschen im Sinne hat. Aber Yoga hat als gro\u00dfes Ziel auch \u201edie F\u00e4higkeit zur Versenkung (Samadhi)\u201c im Programm stehen. Und diese Aspekte sollten weit vor Wellness, Lifestyle und diversen Gesch\u00e4ftsinteressen stehen. Yoga ist nicht Sport, ist nicht Mode, nicht Alibi und schon gar kein Gesch\u00e4ftsmodell, sondern ist eine auf Erfahrungswissenschaft beruhende Methode zu Lebensformung.<br \/>\nWorauf begr\u00fcndet sich dieser Anspruch? Zun\u00e4chst gibt es im klassischen Yoga nicht nur Asana und etwas Entspannung, sondern Yoga beginnt mit Selbstkontrolle (yama) und Verhaltensregeln (niyama), geht \u00fcber K\u00f6rper- und Atemarbeit weiter bis in die Ausformung der Geistesebene, die nach klassisch wissenschaftlicher Ansicht den Menschen ausmacht und allgemein als Bewusstsein bezeichnet wird. Dabei k\u00f6nnen religi\u00f6se und weltanschauliche Ansichten eine Rolle spielen, kann das mit neuen Lebensregeln und einer ver\u00e4nderten Lebensgestaltung einhergehen, muss es aber nicht. Yoga kann sowohl praktiziert werden von Menschen in Aschrams und dessen strengen Bedingungen bis hin zum Wohnzimmer eines Investmentbankers, wo h\u00f6chstens noch der Lebenspartner von dieser Praxis erf\u00e4hrt. Es geht nicht um \u00f6ffenliche Ausformung und Kundgabe, sondern um Inhalte und Wirkungsweisen. Wir tragen ja auch nicht die Landestrachten und Logos der Medikamentenhersteller mit uns herum oder vor uns her, denen wir vielleicht wie im Falle von Diabetes \u00dcberleben und Gesundheit verdanken.<br \/>\nBeginnen wir zun\u00e4chst mit den Umkehrhaltungen und ihren Verwandten. Beim Kopfstand wird der Kopf und die Wirbels\u00e4ule belastet, beim Handstand Hand-, Arm- und Schultergef\u00fcge, beim Schulterstand Schulter und Schl\u00fcsselbeine. Dabei ist die Wirbels\u00e4ule beim Kopfstand nat\u00fcrlich ausgerichtet, beim Handstand ist sie Verbindungstr\u00e4ger zu den Schultern und Beinen und beim Schulterstand wird sie in einer unnat\u00fcrlichen Beuge belastet. Diese \u00dcbungen sind also \u00fcbungstechnisch nicht einheitlich einer Kategorie zuzuordnen, die alle in einer Schublade versammelt. Sie arbeiten und wirken unter anderem durch die Umkehrung, sind aber sehr unterschiedlich in Belastung und Ausformung und beanspruchen weiterhin einen unterschiedlichen energetischen Aufwand. Folglich sind die Wirkungen mit Ausnahme der auf Umkehrung basierenden auch unterschiedlich. Sowohl Knochen als auch Muskeln und Gewebe stellen sich auf Belastungen und Beanspruchung ein und bilden sich nach und nach entsprechend aus. Warum sollten die Wirbels\u00e4ule und der Kopf da eine Ausnahme machen. Das ist in vielen wissenschaftlichen Studien mehr als bewiesen. Au\u00dferdem werden in vielen L\u00e4ndern dieser Erde gro\u00dfe Lasten auf dem Kopf getragen, ohne das dort Gesundheitsgefahren auftreten. F\u00fcr die Ausf\u00fchrung der \u00dcbungen ist es daher mehr erforderlich zu erkennen, wo ich jetzt gerade in meiner Belastungsf\u00e4higkeit stehe als mit verallgemeinernden Geboten und Verboten zu agieren. Und wenn der \u00dcbende dieses Urteil nicht zu leisten vermag, steht dies in der Verantwortung seines Lehrers. Und f\u00fcr den Lehrer sollte dann gelten, dass er nur \u00dcbungen unterrichtet, zu denen er selbst ein ausreichendes Erfahrungsgeb\u00e4ude hat aufbauen k\u00f6nnen. Regeln wie \u201enach A kommt B\u201c und \u201ewenn A, dann B\u201c und \u201edas muss so und nicht anders gemacht werden\u201c, wie sie in einer Ausbildung normalerweise vermittelt werden, sind hier nicht einmal ansatzweise ausreichend.<br \/>\nDie Ausformung eines gesunden und leistungsf\u00e4higen K\u00f6rpers ist im Yoga nicht der Sinn an sich, sondern eine Bedingung f\u00fcr die Arbeit in den h\u00f6heren Stufen, die von der Technik her ein langes, entspanntes und ein gut eingerichtetes Sitzen erfordern. Dies gilt sowohl f\u00fcr Pranayama als auch f\u00fcr alle Stufen hinauf bis zur Meditation. Dabei kann Dehnung erforderlich sein, \u00d6ffnung und entspannungsf\u00f6rderndes \u00dcben notwendig sein, aber diese Arbeiten sind doch dann nicht als der alleinige Inhalt, sondern mehr als Mittel zum Zweck anzusehen. Man \u00fcbt einfach genauso viel, wie zum entspannten und schmerzfreien Sitzen notwendig ist. Dar\u00fcber hinauszugehen ist gar nicht erforderlich. F\u00fcr die Meisterung des Lotus wird man vielleicht etwas mehr Energie einsetzen m\u00fcssen, auf einem B\u00e4nkchen aber kann nahezu jeder gut sitzen. Und eine stabile Wirbels\u00e4ule und gesunde Muskulatur ist auch im B\u00fcro und beim Spazierengehen hilfreich. Kunstst\u00fccke ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen und Applaus daf\u00fcr zu erhalten aber werden dabei nicht ben\u00f6tigt, im Gegenteil.<br \/>\nYoga ist ein Rezept zur Einwirkung auf Konstitution und Pr\u00e4gung sowohl auf k\u00f6rperlicher, energetischer und geistiger Ebene und ist damit Arbeit am Bewusstsein. Und so unterschiedlich wie die Menschen sind auch die Wege zu betrachten, die zu einer erw\u00fcnschten Korrektur f\u00fchren k\u00f6nnen. Es gibt nicht den einen Weg, die eine Sichtweise und die einzige sinnvolle Konfiguration und so sind auch die m\u00f6glichen Rezepte sehr unterschiedlich. Dass ein Lehrer dabei nur seine Rezepte bevorzugt und nur seine Erfahrungen einzubringen vermag, ist verst\u00e4ndlich und auch nicht anders zu erwarten. Aber dies darf nicht zu einer Ideologisierung f\u00fchren, die sich selbst und die eigene Richtung \u201ead absolutem\u201c setzt und andere Stile kategorisch ablehnt. Und so kann es passieren, dass ich in einer Stunde, die ich als Gast besuche, meine \u00dcbung im Detail anders gestalten m\u00f6chte als es dort \u00fcblich angesagt wird. Und diese Freiheit m\u00f6chte ich mir auch nicht nehmen lassen. Ich probiere gerne einmal etwas Neues aus, aber die letzte Entscheidung obliegt aber letztlich nur mir selbst.<br \/>\nVieles an der laufenden Diskussion ist sehr stark an Details ausgerichtet und durchstreift nur sehr begrenzte Bereiche des \u00dcbungssystems. Meiner Meinung nach d\u00fcrfen dabei aber die Grundz\u00fcge des Gesamtsystems nicht vernachl\u00e4ssigt oder sogar vergessen werden. Wenn Yoga alles und auch nichts sein kann, etwas anstrebt oder auch nicht, etwas bewirkt oder auch nicht, haben wir nicht nur das Ziel \u201efrei sein zu wollen\u201c weit verfehlt. Vielmehr verw\u00e4ssern wir das Rezept, die Technik und l\u00f6sen Sinn und Inhalte des Yoga auf zugunsten einer Mitnahmementalit\u00e4t, die schon in yama als Verbot (aparigraha) benannt wurde. F\u00fcr mich ist das Ziel, samadhi zu erreichen, gleichbedeutend mit Freiheit, und Freiheit, oder anders gesagt: der Wunsch \u201efrei zu sein\u201c- und dazu z\u00e4hlt auch \u201efrei zu sein von\u2026\u201c &#8211; war und ist doch immer noch das Ziel aller Yoga\u00fcbungen. Bei aller Intention und Begeisterung \u00fcber Neuerungen sollten wir das nicht vergessen. Inhalte k\u00f6nnen sich ver\u00e4ndern, \u00dcbungen ver\u00e4ndern sich, aber der Weg an sich bleibt doch gleich. Und wenn wir nur etwas Artistik, Wellness und Lifestyle im Sinne haben oder einfach nur ein bisschen rumturnen wollen, sollten wir es nicht Yoga nennen. Yoga ist der achtstufige Weg, der von yama und niyama \u00fcber asana, pranayama, pratyahara, dharana und dhyana bis zu samadhi geht. Nicht mehr und nicht weniger! Er gelingt nur in voller Selbstverantwortung, gro\u00dfem Selbstvertrauen und dem Mut, sich selbst ins Gesicht zu sehen.<br \/>\nUnd mal ganz ehrlich: Wenn wir im Wald herumjoggen, sagen wir doch auch nicht, dass wir den leichtathletischen Zehnkampf trainieren.<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F9&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F9&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D9&text=Die%20aktuellen%20Diskussionen%20zu%20Yoga\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D9\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man die \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber Yoga (Zeitschriften, B\u00fccher) aufmerksam verfolgt, sch\u00e4len sich drei Themenbereiche mehr und mehr heraus, die zurzeit im Fokus stehen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":699,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[4],"tags":[5],"class_list":["post-9","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-yoga-aktuell","tag-kopfstand-und-co"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":386,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9\/revisions\/386"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/699"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}