{"id":909,"date":"2025-09-28T15:29:13","date_gmt":"2025-09-28T15:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=909"},"modified":"2026-10-17T14:25:13","modified_gmt":"2026-10-17T14:25:13","slug":"aufmerksamkeit-achtsamkeit-und-unentschiedenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sperzelhp.eu\/?p=909","title":{"rendered":"Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Unentschiedenheit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der freilebende Hirsch ist ein Vorbild\/Symbol f\u00fcr Aufmerksamkeit. W\u00e4hrend seines ganzen Tages sondiert er die Umgebung und reagiert bei der geringsten M\u00f6glichkeit einer Bedrohung oder St\u00f6rung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort \u201eAufmerksamkeit\u201c bedeutet doch in seiner Wortf\u00fclle, das ich pl\u00f6tzlich (Auf\u2026, wie bei Aufschrei) etwas zu Merken versp\u00fcre, und dieses Merken wie ein Baum aus seinem Samen, der f\u00fcr mich nicht (&#8230;sam\u2026) bewusst anwesend war, hervor sprie\u00dft. Und die letzte Silbe mach dieses Geschehen zu einem Substantiv, einem Hauptwort. Ich k\u00f6nnte im \u00fcbertragenen Sinne also sagen, das da pl\u00f6tzlich aus dem Nichts ein Baum hervor kommt, von dem ich zuvor keinerlei Ahnung hatte und mich spontan ber\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sagt Wikipedia.de zu Aufmerksamkeit:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aufmerksamkeit ist die Zuweisung von (beschr\u00e4nkten) Bewusstseinsressourcen auf Bewusstseinsinhalte. Das k\u00f6nnen z. B. Wahrnehmungen der Umwelt oder des eigenen Verhaltens und Handelns sein, aber auch Gedanken und Gef\u00fchle. Als Ma\u00df f\u00fcr die Intensit\u00e4t und Dauer der Aufmerksamkeit gilt die Konzentration. Aufmerksamkeit, die auf das Eintreffen bestimmter Ereignisse gerichtet ist, bezeichnet man als Vigilanz.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn unsere Wissenschaften dieses Wort als Zuweisung von Ressourcen auf Bewusstseinsinhalte beschreiben, haben sie wohl nicht verstanden, warum das \u201eAuf\u2026\u201c am Anfang steht und haben ihre Definition wohl von der englischen Bedeutung von \u201eattention\u201c abgeleitet, was so f\u00fcr hei\u00dft wie \u201eAufgepasst, jetzt geht es gleich los\u2026\u201c<sup class='footnote'><a href='#fn-909-1' id='fnref-909-1' onclick='return fdfootnote_show(909)'>1<\/a><\/sup>, es ist ja heute auch in der Wissenschaft Gang und Gebe, sich aufs Englische zu beziehen. Ich finde das schade, da die deutsche Sprache, die fr\u00fcher mal die Sprache der Wissenschaften war, dabei viel an Variationen verliert. Auch wird die Silbe \u201e&#8230;sam\u2026\u201c im Text der Definition seinem Inhalt nicht gerecht. Eine Zuweisung ist immer gewollt, getan oder beabsichtigt, kommt also nicht wie der Baum aus dem Samen ganz unerwartet hervor. Auch ein auf Wahrnehmungen oder eigenes Verhaltet gerichtetes Beobachten ist doch wohl nur m\u00f6glich, wenn sich das Denken in das Geschehen eingeschaltet hat und bereits Namen und Ziele gebildet wurden. Bei Gedanken und Gef\u00fchlen ist das ebenso nur unter Einbeziehung des Denkens m\u00f6glich, da Gef\u00fchle und Gedanken ebenso interpretiert werden m\u00fcssen, um ins Bewusstsein treten zu k\u00f6nnen. Und zu guter Letzt auch noch bewusst auf bestimmte Ereignisse sich zu richten ist bestimmt nicht Aufmerksamkeit, sondern tats\u00e4chlich Konzentration. Und Konzentration als Ma\u00dfeinheit f\u00fcr Aufmerksamkeit zu betrachten, ist wohl nur ein Ausdruck von verbohrtem Materialismus, der nur noch Substanzen kennt und sie als Einheiten von Etwas zu akzeptieren bereit ist. Vigilanz, wenn als \u201eleere Wachheit\u201c definiert, was nicht \u00fcblich ist, w\u00fcrde ich aber noch stehen lassen k\u00f6nnen, obwohl diese f\u00fcr mich eher eine Voraussetzung zur Aufmerksamkeit ist als eine Folge. Also so wie oben definiert geht Aufmerksamkeit f\u00fcr mich gar nicht. Das ist Unsinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie bereits geschrieben ist eine leere Wachheit eine Voraussetzung f\u00fcr Aufmerksamkeit. Und das hei\u00dft doch wohl, nicht in Gedanken versunken, verwickelt oder eingebunden zu sein. Wenn ich zum Beispiel am Tisch mit Freunden sitze und pl\u00f6tzlich ohne jede Vorwarnung ein Glas umgeworfen wird, dann auf die Tischkante zu rollt und ohne Zeitverzug und bewusste Steuerung meine Hand nach unten schie\u00dft und das Glas auf halber Fallh\u00f6he aufzufangen in der Lage ist, dann war ich wohl aufmerksam. Da gab es keine Zuweisung, keine Entscheidung, keine Konzentration oder sonst irgend etwas dieser Art. Das ich das Glas gefangen habe, wurde mir erst bewusst, als es schon in meiner Hand lag und der Schreck dar\u00fcber mir in die Knochen fuhr.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Jon Kabat-Zinn, der Pionier der Achtsamkeitspraxis in der westlichen Welt, beschreibt Achtsamkeit als: eine bestimmte Form von Aufmerksamkeit, die absichtsvoll, im gegenw\u00e4rtigen Moment und nicht wertend ist.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Buddhismus war lange Zeit Aufmerksamkeit die gebr\u00e4uchliche \u00dcbersetzung f\u00fcr die siebte Stufe des achtfachen Pfades. Heute \u00fcbersetzt man das gerne als Achtsamkeit, weil Aufmerksamkeit zu viele andere Bedeutungen gewonnen hat. Und es m\u00fcsste daher hei\u00dfen: Rechte Achtsamkeit bzw. recht Aufmerksamkeit oder rechtes Bewusstsein ist die siebte Stufe des achtfachen Pfades. Aber wie schon angedeutet, das alles sind Wortspielereien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Achtsam zu sein ist f\u00fcr mich keine Form, die ich einnehme. Und sie setzt auch nicht Aufmerksamkeit oder leere Wachheit voraus. Aufmerksamkeit, leere Wachheit und Achtsamkeit sind nicht voneinander verschieden, sondern untrennbare Anteile einer Haltung, zu der sowohl Menschen als auch alle sinnesbegabten Tiere f\u00e4hig sind. Diese Haltung denkt im Moment ihres Seins nicht unter Verwendung von Namen, Ereignissen oder Vorstellungen, sondern stellt sich einfach nur als ein waches Da-Sein dar, bei dem so viel Platz im Fenster der Wahrnehmung bleibt, das ein Auf-Merken m\u00f6glich ist. Und wenn das geschieht, praktisch sozusagen aus dem Nichts heraus und ohne Denken, Nachdenken oder gar Planen zu m\u00fcssen eine Reaktion geschieht. Diese Reaktion aus dem Nichts heraus ist so etwas, was man in der Sportphysiologie gerne als \u201evariable Verf\u00fcgbarkeit\u201c <sup class='footnote'><a href='#fn-909-2' id='fnref-909-2' onclick='return fdfootnote_show(909)'>2<\/a><\/sup> kennt. Nur ist hier nicht eine Bewegung, sondern die allgemein g\u00fcltige und sinnvolle \u201erichtige\u201c Reaktion (z.B. Scherben\/Glasbruch vermeiden\u2026) unter Ausschluss von Absicht und Ziel variabel. Ich kann daher f\u00fcr mich sagen, das ich im oben beschriebenen Zustand mich unter den Aspekten Wachheit, Achtsamkeit und\/oder Aufmerksamkeit beschreiben kann, meine dabei aber immer das Selbe. Achtsam-Sein ist n\u00e4mlich immer wach und aufmerksam, Aufmerksam-Sein ist immer wach und achtsam, und \u201ein leerer Wachheit-Sein\u201c ist immer aufmerksam und achtsam. Die Worte unterschiedlich zu verwenden ist f\u00fcr mich erst dann sinnvoll, wenn der Zustand, den ich beschreibe, eben nicht (mehr) die oben beschriebene Haltung ist. Zum Beispiel kann ich einem m\u00fcden Krieger zurufen: \u201esei und bleibe wach\u201c. Oder ich fordere einen Autofahrer, der gerne mal die gr\u00fcne Ampel nicht bemerkt, auf: \u201esei aufmerksam\u201c. Oder ich ermahne einen Freund, der mit Mitmenschen gerne mal r\u00fcpelhaft umgeht, auf: \u201esei achtsam\u201c im Umgang mit Menschen. In der Beschreibung von Meditation, Yoga und anderen spirituell wirksamen Praktiken kann sowohl das erstgenannte als auch das letztgenannte gemeint sein, je nachdem, ob ich eine wache\/aufmerksame\/achtsame Haltung detektiere oder ich das erkenne, was ich zuvor als m\u00fcde, d\u00f6sig oder unachtsam beschreiben habe. <\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahl der Verwendung setzt also voraus, das ich zun\u00e4chst einmal eine Haltung erkenne oder nicht. Und erkenne ich eine Haltung, so ist noch nicht gesagt, ob sie wach\u2026 ist. Ich erkenne das auch nicht daran, wie sie aussieht oder sich anf\u00fchlt, sondern daran, was im Moment jetzt und hier geschieht. Bin ich f\u00e4hig, spontan und aus dem Nichts heraus das richtige zu Tun, dann bin ich wohl wach\/aufmerksam\/achtsam gewesen. Ich erkenne das aber immer erst nach einem Ereignis und hatte mir dar\u00fcber weder Gedanken, Pl\u00e4ne oder Vorgaben gemacht und war auch gar nicht vorbereitet, war also unentschieden im Sinne von nicht-vorgepr\u00e4gt-sein, offen und daher f\u00e4hig, spontan zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um das letztlich zusammen zu fassen gibt es f\u00fcr mich zwei unterschiedliche Formen von Aufmerksamkeit: Da ist die gew\u00f6hnlich im Alltag gebr\u00e4uchliche Form, die mit dem Zuruf \u201eHallooo\u2026\u201c eingefordert wird und dann gibt es Aufmerksamkeit im spirituellem Sinne, wie sie f\u00fcr die Meditation Verwendung findet. Letzteres findet zum Beispiel Anwendung in der Technik der Vipassana- oder Zen-Meditation. Hier ist Aufmerksamkeit gleichzusetzen mit Achtsamkeit oder \u201eLeerer Wachheit\u201c, ist also mehr eine innere Haltung als ein Tun. Eine innere Haltung ist aber nicht einstellbar, erreichbar durch\u2026 oder eine Technik der Konzentration, sondern ein Sich-Befreien von St\u00f6rungen des denkenden Systems wie zum Beispiel planen, nachgr\u00fcbeln, Sorgen w\u00e4lzen und dergleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exkurs: Unter <strong>Unentschiedenheit<\/strong>, die ich bisher in f\u00fcnf unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten versucht habe, fallen so Neigungen wie \u201ekeine vorgefassten Sinn im Leben zu verfolgen\u201c, in der Meditation weder etwas zu erwarten noch zu beabsichtigen, weder einem Glauben noch einer anderen Dogmatik zu vertrauen noch eine Technik, ein Rezept oder ein vorgegebenen Konzept anzuwenden, sondern als Mensch vollkommen frei und spontan zu agieren, wie das auch in der Achtsamkeit, der leeren Wachheit oder der Aufmerksamkeit geschehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben in unserer Kultur die Neigung, alles, was ein Leben ausmacht, in vorgezeichneten Bahnen zu sehen, teils, weil sich diese aus der Religion ergeben, sich aus der als erkannt vorausgesetzten Weltsicht zwingend anbieten und\/oder weil wir gewohnt sind, den Dingen prinzipiell auf den Grund zu gehen. Wir fragen nach dem Warum, dem Woher, dem Wieso und dem Weshalb und haben daher oft keine Zeit, dem Ist zu begegnen. Wenn ich dann aber die Frage stelle, wozu denn diese Voransichten und Hintergrundsichtweisen gut seien, ernte ich stets verwirrte Blicke: \u201eAber wir m\u00fcssen doch wissen, was\u2026\u201c und \u201eerkennen, warum das so ist\u2026\u201c und \u201ewoher das kommen mag, was\u2026\u201c. Ja schon, sage ich dann, aber \u201emuss das gerade jetzt im Vorfeld von\u2026 geschehen\u201c, wo die Problemstellung doch akut ist und es gefordert w\u00e4re, spontan das Richtige zu tun. Verhindert dieses Herumfragen gerade nicht die Spontanit\u00e4t, die intuitive Intelligenz, die gerade jetzt so hilfreich w\u00e4re? Wenn das Glas die Tischkante verlassen hat, ist es schon l\u00e4ngst zu sp\u00e4t, nach dem Warum zu fragen. Hier kann nur der noch reagieren, der zumindest etwas Platz in seinem Bewusstsein frei gelassen hat, um direkt reagieren zu k\u00f6nnen, der einen unbestimmten Teil seines Wesens dem \u201eIst Jetzt und hier\u201c \u00fcberlassen hat, einem Anteil also, der unentschieden bleibt. Ich bin h\u00e4ufig mit Menschen konfrontiert, die sozusagen st\u00e4ndig ihren Bewusstseinsstrom auf eine Handlung ableiten, sei es der Mund, der unaufh\u00f6rlich redet und die Themen wechselt, sei es zu einem Gehen irgendwohin, wo etwas Belangloses und Unwichtiges erledigt werden muss. Und dieser Impuls entsteht zum Beispiel mitten in einem Gespr\u00e4ch, wo leere Wachheit erforderlich w\u00e4re, um zuh\u00f6ren zu k\u00f6nnen. Wenn ich doch \u00fcber etwas nachdenken m\u00f6chte, suche ich einen Schutzraum auf, der mich f\u00fcr eine Dauer in die Lage versetzt, konzentriert einem Gedankengeb\u00e4ude zu folgen, ohne gest\u00f6rt zu werden. Wenn ich ein Gespr\u00e4ch f\u00fchre, m\u00f6chte ich doch erkennen k\u00f6nnen, was der Gespr\u00e4chspartner denkt \u00fcber das Thema, das wir gerade beackern. Da sind doch Alltagst\u00e4tigkeiten, Wechsel zu anderen Themen oder gar eine beschreibende Versunkenheit in meinen Gedankenstrom gar nicht gefragt. Und wenn ich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch gerade keine Worte finde, die zu einem Ergebnis f\u00fchren, dann sage ich doch: \u201eIch denke dar\u00fcber nach\u2026und melde mich, wenn&#8230;\u201c oder werde ganz still, um erkennen zu k\u00f6nnen, ob da etwas aufsteigt oder hervor kommt aus meinem Inneren, was einer L\u00f6sung nahe kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist eigentlich so schlimm daran, zu sagen oder zu denken: Ich wei\u00df es nicht. Was ist so schwierig daran, solange Unentschieden zu bleiben, bis Entschiedenheit gefragt ist? Und was spricht dagegen, zugeben zu k\u00f6nnen, das wir sehr viele Fragen gar nicht werden beantworten k\u00f6nnen. \u201eWas ist Leben?\u201c ist so eine Frage, \u201eWoher kommen und wohin gehen wir?, und \u201eWie werde ich gl\u00fccklich?\u201c und \u201eWas ist richtig?\u201c, und \u201eWas ist gesund?\u201c, und \u201eWas ist spontan?\u201c und so weiter und so weiter. Ich bin als Mensch mit einem begrenzten Auffassungsverm\u00f6gen ausgestattet. \u201eIch kann nicht alles\u2026\u201c ist der somit richtige Anfang einer Antwort auf viele solcher Fragen und das sollte erg\u00e4nzt werden durch \u201eIch gebe mir M\u00fche\u2026, aber\u2026\u201c. Mehr kann ich nicht tun. Daher pl\u00e4diere ich in vielen Fragen f\u00fcr den bewussten Einsatz der Unentschiedenheit und vertraue mehr auf meine mir selbst unbewusste (?) Intelligenz, die sich oft, aber auch nicht immer dann als Intuition zeigt, wenn ich bereit bin \u201estill zu sein\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Problemfeld, mit dem ich nicht konform gehen, ist die Fragestellung nach den logischen Prinzipien, du uns durch die Kultur vorgegeben werden. Ich habe den Eindruck, das wir mehr und mehr auf einfachste logische Prinzipien wie \u201eentweder\u2026 oder\u2026\u201c ausgerichtet sein sollen. Das ist nachweislich ein sehr bescheidener Spielraum, wie ich finde. Da g\u00e4be es noch das \u201esowohl\u2026 als auch\u2026\u201c, das \u201eweder\u2026 noch\u2026\u201c und auch das \u201e&#8230;ist gerade jetzt nicht wichtig\u2026\u201c oder auch \u201edie Frage stellt sich mir nicht\u201c und\/oder \u201edas \u2026 m\u00f6chte ich prinzipiell nicht angehen\/wissen m\u00fcssen.\u201c Und auch frage ich mich, warum ich eine einmal ge\u00e4u\u00dferte Ansicht\/Meinung nicht \u00e4ndern darf? Bin ich ein Leben lang verantwortlich f\u00fcr jeden schwachen Moment der Vergangenheit. Sicherlich kann man das nicht auf alle Themenkreise anwenden, auf ge\u00e4u\u00dferte Meinungen aber schon. War, wenn ich im christlichen Kontext sprechen darf, nicht Petrus ein Verbrecher, bevor er \u201eErleuchtung\u201c fand und heute Namensgeber ist f\u00fcr den Vertreter Gottes auf Erden? Er hat seine Ansicht ge\u00e4ndert. Und? Das kann jedem passieren, oder etwa nicht? Auch diese Beobachtung spricht f\u00fcr die Verwendung der Unentschiedenheit, zumindest nach au\u00dfen hin. Bleibe ich unentschieden, werde ich nicht festgenagelt werden k\u00f6nnen. Und? Was machen der Mob und die Zugeh\u00f6rigkeitsfanatiker jetzt, die stets nach entweder\/oder fragen? Sie sind verwirrt, nehme ich an, und vielleicht begreifen sie jetzt zu ersten Mal, das es eine dritte M\u00f6glichkeit zu geben scheint, von der sie keine Ahnung hatten.<\/p>\n\n\n<div class='footnotes' id='footnotes-909'><div class='footnotedivider'><\/div><ol><li id='fn-909-1'> Besser w\u00e4re meiner Ansicht nach der englische Begriff mindfullness (Geistesgegenwart) f\u00fcr Achtsamkeit oder auch Aufmerksamkeit. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-909-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><li id='fn-909-2'> Variable Verf\u00fcgbarkeit \u00e4u\u00dfert sich im best\u00e4ndigen Erreichen von Handlungsziel bzw. -ergebnis auch unter schwierigen, ungewohnten, mitunter st\u00e4ndig wechselnden Bedingungen, die beispielsweise in der Auseinandersetzung mit dem sportlichen Gegner oder durch unterschiedliche Einfl\u00fcsse des Umfeldes entstehen k\u00f6nnen. Variabel verf\u00fcgbare Bewegungen zeichnen sich durch ein bestimmtes Ma\u00df ver\u00e4nderlicher Bewegungscharakteristika und durch Stabilit\u00e4t der ergebnisbestimmenden Bewegungsparameter bzw. -relationen aus. Spolex.de <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-909-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><\/ol><\/div><div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F909&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F909&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sperzelhp.eu\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D909&text=Aufmerksamkeit%2C%20Achtsamkeit%20und%20Unentschiedenheit\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fsperzelhp.eu%2F%3Fp%3D909\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der freilebende Hirsch ist ein Vorbild\/Symbol f\u00fcr Aufmerksamkeit. W\u00e4hrend seines ganzen Tages sondiert er die Umgebung und reagiert bei der geringsten M\u00f6glichkeit einer Bedrohung oder St\u00f6rung.<br \/>\nDas Wort \u201eAufmerksamkeit\u201c bedeutet doch in seiner Wortf\u00fclle, das ich pl\u00f6tzlich (Auf\u2026, wie bei Aufschrei) etwas zu Merken versp\u00fcre, und dieses Merken wie ein Baum aus seinem Samen, der f\u00fcr mich nicht (&#8230;sam\u2026) bewusst anwesend war, hervor sprie\u00dft. Und die letzte Silbe mach dieses Geschehen zu einem Substantiv, einem Hauptwort. Ich k\u00f6nnte im \u00fcbertragenen Sinne also sagen, das da pl\u00f6tzlich aus dem Nichts ein Baum hervor kommt, von dem ich zuvor keinerlei Ahnung hatte und mich spontan ber\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":910,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[10,265,337,17],"tags":[365,366,68,73,11,104,117,128],"class_list":["post-909","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-definitionen","category-denkreisen","category-miniaturen","category-schlagworte","tag-achtsamkeit","tag-aufmerksamkeit","tag-leben","tag-meditation","tag-spiritualitaet","tag-unentschiedenheit","tag-yoga","tag-zen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=909"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":911,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/909\/revisions\/911"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sperzelhp.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}