(M)eine einfache(n) Vorstellungen zu Yoga – heute

Wer heute ein Yogastudio aufsucht, erwartet in der Regel, das dort rein körperliche Übungen praktiziert und gelehrt werden. Dazu zählt besonders die Sparte Asana, etwas weniger oft das Pranayama und selten die meditativen Techniken. Das Yoga viel mehr enthält, es theoretisch gesehen eine gesamte Weltenlehre [1. Unter Weltenlehren verstehe ich die großen Zivilisations-prägenden Gedankengebäude, wie zum Beispiel das Christentum, den Islam, den Buddhismus oder der Hinduismus einnehmen, die es heute jeweils in mehreren Ausprägungen gibt, die aber innerhalb dieser im Kern eine gemeinsame Grundlage haben.] enthält und zu nahezu zu allen Problemfeldern des menschlichen Lebens Lösungswege anbietet, ist weniger bekannt. Nun sind die indischen Vorstellungen zu Gesellschaft und Kultur der voreuropäischen Zeit in Indien damals wie heute nicht einmal annähernd mit dem Christentum Europas kompatibel. Ich beschränke mich daher in diesem Artikel auf die drei erstgenannten Felder, wobei Asana einen sehr großen Raum, Pranayama einen kleineren Raum und Meditation nur einen kleinen Raum der Praxis, wie ich sie verstehe und unterrichte, einnehmen können.
Beginnen möchte ich mit einer Beobachtung, die immer wieder kehrt. Am Beginn der Yogastunde stehe ich meist vor den Teilnehmern und frage: „Was machen wir denn heute?“. Die Antwort erfolgt meist zögerlich, aber dann, nachdem jemand den Anfang gemacht hat, folgt eine Aufzählung der Körperpartien, die gerade mal stören, Schmerzen bereiten oder sich in einer Verfassung befinden, die nicht mehr normal beweglich [2. Die zur Normalbeweglichkeit gehörenden Übungen können bequem gemeistert werden, zum Beispiel in der Vorwärtsbeuge im Sitzen die Zusammenführung von Handgelenk und Zehenspitzen bei gestreckten Beinen. Näheres siehe Intensivstreching und Ausgleichsgymnastik von Gerd Schnack (ISBN 3-7692-0239-8).] genannt werden kann. Ich möchte das jetzt nicht bewerten, aber Yoga und seine Praxis beschränkt sich ganz und gar nicht darauf, Unpässlichkeiten auszubügeln. Die Yoga-Therapie [3. Die Behandlung von Störungen durch gezielte Bewegungsintension…] ist eigentlich nur ein kollaterales Feld, das eine Sonderstellung einnehmen sollte. Vielmehr sehe ich im Yoga und seiner körperlichen Praxis vor allem anderen eine präventive Praxis, was nichts anderes heißt als das man übt und verinnerlicht, solange man gesund und munter ist, um bei Auftreten von bewegungsstörenden Problemen Übungen zur Verfügung zu haben sprich die zu beherrschen, mit denen eine Störung beseitigt werden könnte. Natürlich kann Yoga auch dazu dienen, solche Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen. Leider ist der letztgenannte Satz eher die Ausnahme und das gesunde Menschen mit dem Ziel der innovativen Körpergestaltung in eine Yogastunde kommen eher eine Seltenheit.
Beschäftigen wir uns mit Asana, den Körperübungen. Die Yoga-Sparte Asana enthält eine Sammlung von Übungen, Haltungen und Posen, die den Körper eines Menschen in den Bereichen Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer in all seinen Möglichkeiten zu fordern in der Lage sind. Mit anderen Worten: Yoga-Asana ist ein komplett durchgestaltetes Körpertraining, das sich je nach Körperzustand variabel ausführen lässt. Das zeigt sich schon darin, das oft die Praxis zu Beginn als schwer und herausfordernd empfunden wird und mit zunehmender Erfahrung immer leichter zu werden scheint. Das gilt für alle Bereiche innerhalb der schon oben erwähnten Normalbeweglichkeit. Die Übungen enthalten aber auch Praktiken, die für Europa zumindest eine Überbeweglichkeit als Voraussetzung haben, was, wenn zügig angestrebt, dehnen und kräftigen erfordert und sicherlich nicht als entspannt ausführbar angesehen werden kann. Ich zum Beispiel wollte unbedingt im Lotus sitzend meine Meditationspraxis ausüben können und habe sehr fordernd ausgeführte Übungen über einen längeren Zeitraum hindurch dafür in Kauf genommen. Das ist aber meist nicht die normale Praxis, sondern die größere Beweglichkeit von Yoga-Übenden kommt mit der Zeit und nahezu automatisch nach Jahren des Übens. Die Übungen, die in vielen Büchern dargestellt werden, sind meist schon das Ergebnis dieser jahrelangen Praxis und können daher einem Einsteiger nicht immer empfohlen werden. Ich selbst verwende im Einsteiger-Segment eher abgeschwächte und vereinfachte Ausgestaltungen und versuche, einen übertriebenen Ehrgeiz bei den Teilnehmern zu zügeln. Eine angemessene Übungsgestaltung, die weder unter- noch überfordert zeitigt meiner Erfahrung nach die besten Ergebnisse und Fortschritte.
Schauen wir während des Haltens in eine Asana hinein, so werden wir nach und nach die Körperpartien (Muskeln, Gewebe, Teile) spüren, die zur Ausführung derselben notwendig sind. Das allein ist das wichtigste Rüstzeug, mit dem Erfahrungen in Asana gesammelt werden können. Den Körper entdecken und seine Teile in und auswendig kennen lernen ist die wesentliche Grund-Essenz von Körperübungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der, nach dem Spüren seine Möglichkeiten in Bezug zu Bewegungen innerhalb des Haltens oder Einrichtens auszuloten. Dafür empfehle ich Mini- und Mikrobewegungen im Umfeldes der anzusprechenden Region nahe an der Grenze der Beweglichkeit, die jetzt und hier gerade zu Verfügung steht. Nicht jeder Tag ist gleich. Mit anderen Worten arbeiten, halten, stehen usw. tun wir immer an der Grenze unserer Möglichkeiten. Dafür verwende ich die Begrifflichkeit „noch schön“, „noch erträglich“ oder „noch angenehm“, und das bleibt solange bestehen, bis die Übung perfekt sprich nahezu kraftlos und leicht ausgestaltet werden kann. Tritt das letztgenannte ein, kann die Übung als ausgearbeitet angesehen werden. Bestimmt aber gibt es im Yogabuch weitere Variationen, die, falls gewünscht, weitere Herausforderungen bieten können. Oder aber wir sind zufrieden und glücklich mit dem Erreichten und verlassen das Üben und gehen zum einfachen Tun über, um das Erlangte zu festigen und zu sichern, auf das es lange erhalten bleibe. Das geht entspannt und ruhig und nimmt meist deutlich weniger Zeit in Anspruch als am Beginn der Praxis. Erhalten ist immer einfacher als erreichen. Auf diese Weise bleibt der Körper ausgearbeitet. Er zeigt dann keinerlei Verspannungen mehr, ist hoch beweglich, zeichnet sich bewegungstechnisch durch Eleganz und Leichtigkeit aus und wird aus sich selbst heraus keine Störungen mehr zulassen. Verletzungen durch Unfall und Fremdverschulden können wir aber nie ausschließen. Insoweit ist es sicher anzuraten, dran zu bleiben. Yoga-Asana ist eine Lebenspraxis, die bis ins hohe Alter nicht versiegen sollte. Auch Alt-Werden-Können mit seinen allseits bekannten Begleiterscheinungen – die werden kommen, früher oder mit Yoga vielleicht auch viel später – sollte ja ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.
Etwas anders gestalten sich die Atemübungen, die im Pranayama ausgeübt werden. Hier geht es nicht mehr allein darum, den Körper fit zu machen, sondern hier arbeiten wir einerseits an der wohl grundlegendsten Lebenserhaltungsvoraussetzung und andererseits beginnt hier die Arbeit an und mit der Körperenergie. Mit anderen Worten ist hier generell zu Vorsicht anzuraten. Unser Atem geschieht meist unbewusst, gelingt seit der ersten Lebensminute und bedarf keiner großartigen Änderung. Was mit Atemübungen erreicht werden kann ist im Prinzip daher schnell gesagt. Wir haben die Möglichkeit, dem Atem, so wie er ist, zu helfen, voller, langsamer und leichter seine Arbeit zu tun. Wir arbeiten daher lediglich an seiner Umgebung, also den Wegen, die manche Bewegungen im Körper gehen müssen, um Atem zu ermöglichen. Das heißt, das wir den Atem nicht pressen, ziehen oder blockieren, sondern auf seinen Wegen die Hindernisse zu beseitigen haben, die begleitende Körperpartien aufweisen. Der Yogaatem soll durch den gesamten Rumpf sprich vom Schulterdach bis zum Beckenboden hinunter ohne Hindernisse oder Anstrengungen gespürt und gestaltet werden können. Dann nämlich erst hat das Zwerchfell, das die Atembewegung überwiegend bewirkt, den Raum, um die Lunge vollständig bis in die untersten Spitzen füllen lassen zu können. Die Lunge füllt sich, wenn der Raum gegeben ist, und leert sich, wenn der Raum genommen wird. Atemübungen werden unter dieser Prämisse ausgeführt. Kein Drücken, Ziehen oder Pressen, sondern der freie Gang durch den Körper ist das Ziel. Außerdem sind die Atemgänge begrenzt im Durchmesser. Es ist daher sinnvoll, in den Übungen den verfügbaren Raum mit der Durchflussmöglichkeit der Ein-und Ausgänge zu koordinieren. Es gilt das Prinzip des Blasebalgs. Zu schnell ist daher immer weniger, nicht mehr. Ein Raum füllt sich auch nicht besser, wenn Druck ausgeübt wird. Druck erzeugt nur wieder Enge. Also Pranayama ist entspannt und locker zu üben.
Mit der Atembewegung bewegt sich auch unsere Körperenergie. Sie besitzt ihr Zentrum im Unterbauch und wird von dort aus in alle Körperregionen weitergeleitet. Das ist, wie die Pranayama-Übungen belegen, die Region, in der immerzu die Bewegungen des Atems gespürt werden können. Energie benötigt dieses andauernde Gefälle, um sich entfalten zu können. Mehr Bewegungsraum ermöglicht die Bereitstellung von mehr Energie, und mehr Energie macht den Körper leistungsfähiger und gibt ihm Sicherheit. Letzteres ist eine Komponente, die nicht unterschätzt werden sollte. Unsicherheit beengt, macht klein und drückt. Nicht nur der Geist, auch der Körper reagiert auf diese Weise. Wer kennt das nicht? Pranayama gestaltet so nicht nur den Atem leichter, auch die energetische Versorgung wird verbessert und das Stimmungsgewand des Menschen profitiert ebenfalls durch Sicherheit im Handeln.
Kommen wir jetzt zur dritten Sparte, die mit Meditation zu tun hat. Meditation ist ein Wort, das heute in sehr vielen Kontexten Verwendung findet. Das geht von einfach nur Still sein bis zum Erreichen einer religiösen Vervollkommnung sprich Erleuchtung. Dazwischen gibt es unendlich viele Praktiken, die alle ganz nett bis fördernd sind bzw. sein können, aber mit Meditation im yogischen Sinn nicht viel zu tun haben. Es geht darin eher darum, etwas zu erreichen, zu erhalten oder auch nur darum, sich für eine begrenzte Zeit gut zu fühlen. Für mich sind nur die beiden als Extrem ausgewiesenen Deutungen stimmig, allerdings müssen sowohl die Worte „Stille“ als auch „Erleuchtung“ genauer betrachtet sprich definiert werden. Wer sich jemals auf ein Kissen gesetzt und „Stille“ praktiziert hat, wird Stille nicht mehr allein als Abwesenheit von Geräuschen betrachten. Stille bezieht sich hier nämlich auf alle Sinne [4. In der yogischen Tradition gibt es sechs Sinne: Hören, Sehen Spüren, Riechen, Schmecken und Denken. Einschließlich aller Querverbindungen wie wahrnehmen, bedauern, ersehnen usw. einschließlich Angst und Zielstrebigkeit. Sie werden alle im Wort Cit oder Citta zusammengefasst.] und heißt nicht, das diese verstummen, sondern sie werden nicht mehr in Gefühle, Stimmungen, Angst, Handlung und dergleichen umgewandelt und entsprechend gelebt. Der zweite Begriff namens Erleuchtung hat mehr religiöse Bedeutungen und ist definiert als “das Beschauen der reinen Seele“, die im Nicht-Erleutungs-Zustand als verschmutzt, verunreinigt und verblendet gilt und die der religiöse Sucher zu befreien hat. Wer aber die Seele – in Indien ist das Atman – in Frage stellt bzw. diese als nicht vorhanden ansieht (im Buddhismus gilt Anatman), kann das Beschauen auch als „das Begreifen der Grundlagen des Lebens“ ansehen. Hier ist dann aber nicht Reinigen, sondern Erkennen das Mittel der Arbeit. Im Zen-Buddhismus zum Beispiel fällt auch jede Zielvorstellung weg, da alle Ziele, die erreicht werden könnten, bereits erreicht sind, nur das wir das nicht zu erkennen wagen. Es wäre daher von Vorteil, ausreichend Mut zum Erkennen aufzubringen.
Im westlichen Weltbild wird wohl der Großteil der Praktizierenden zur Begrifflichkeit „Stille“ neigen. Zu beschreiben, wie dabei Gesessen wird, wie darin dann diese Stille erreicht, gefestigt und kultiviert werden kann würde ganze Bücherregale füllen. Von Achtsamkeit bis Zen reichen hier die Beschreibungen aus aller Welt und allen Kulturen. In meiner Anschauung genügt es, das Sitzen in Stille als eine Betrachtung anzusehen. Betrachtet wird die mentale Wandlung der Sinnesinhalte und des Denkens im Bewusstsein und wirkt wie bei Asana und Pranayama über das Lernen am eigenen Selbst. Wir lernen hier aber nicht greifbare, sondern mentale [5. Zustandsform des Geists einer Person] Strukturen und Gewohnheiten kennen und versuchen auf diese Weise mehr über uns zu erfahren. Mehr zu sagen würde den Rahmen eines Artikel wie diesen mehr als sprengen, weil die Assoziationen dazu von Null bis Unendlich gehen können. Gelehrt werden kann eigentlich nur, wie man längeres Sitzen in Stille und Unbeweglichkeit aushält und wie durch Konzentration und Gelassenheit die Inhalte und deren Wahrnehmung erträglich gestaltet werden können. Alles andere bleibt individuell unterschiedlich und ist daher nicht geeignet zu Verallgemeinerungen, die sich in Anweisungen wie „wenn…, dann…“ ausdrücken lassen. Meditation ist und bleibt eine sehr persönliche Praxis. Einen Rat möchte ich aber noch anfügen: Der Mensch befindet sich zu jeder beliebigen Zeit in einer Stimmungslage, einer Gestimmtheit. Sich einzelne Stimmungen anzuschauen gelingt nur dann, wenn diese Stimmung in der Zeit des Schauens auch anwesend ist. Ich kann mir meine Wut nicht anschauen, wenn ich in mir voller Freude bin. Das werden dann nur neue Vorstellungen mit keinerlei Bezug zur Realität. Nur zu meditieren, wenn es toll und locker ist, ist daher keine Praxis, die Erfolg verspricht. Angeschaut werden müssen nicht nur Freude, Gelassenheit und Hochgestimmt-Sein, auch Angst, Wut, Zorn, Niedergeschlagenheit, Hass und andere heute als negativ betrachtete Stimmungen sind mit auf das Kissen zu nehmen, um sie zu beschauen. Nur was bekannt ist, kann auch kultiviert werden. Die Meditation wählt nicht, sondern nimmt, was gerade da ist.
Soweit geht meine Vorstellung zu dem, was ich heute in 2025 Yoga nenne. Ich möchte das bisher gesagte nochmal in einer etwas einfacheren Sprache zusammenfassen. Yoga heute im westlichen Kulturkreis hat viele Facetten. Das geht von eine nahezu religiösen Glaubenspraxis über Verehrungskulte (große Meister) bis hin zur einfachen Körper- und Bewusstseinsarbeit im Dienste der körperlichen und geistigen Gesundheit. Yoga wirkt mehr präventiv und ist in meinem Verständnis kein Allheilmittel gegen das Unbill der Welt. Das auch therapeutischen Möglichkeiten bestehen, mit Yoga heilend oder heilungsfördernd zu arbeiten beschränkt sich in meinem Verständnis auf Therapien, die mit Bewegung arbeiten (Asana) und/oder die eine beruhigende (Meditation) und/oder belebende (Pranayama) Wirkung zum Ziel haben. All das jedoch ersetzt weder den Arzt, den Heilpraktiker noch den Therapeuten gleich welcher Richtung. Ich bemerke allerdings, das die Praxis des Yoga oftmals den beunruhigenden Gang zum Heilberuf-Ausübenden überflüssig macht, weil intensiv übende Menschen – Ich kenne da schon eine große Schar – nicht mehr so schnell und oft von massiven Krankheiten heimgesucht werden, weil das aufkommende gesundheitliche Unbill sehr früh erkannt wird und in dieser Phase oft schon einfache Hausmittel reichen, um es abzuwenden. Aber diese Beobachtung eines Übenden ist sicherlich auch schon ein wenig vorgefärbt.
Mit Yoga zu arbeiten heißt auch „sich einzulassen“, einzulassen auf Neues, auf Entspannen, auf Ausprobieren und „in Frage stellen“. Aber auch das sollte mit Vernunft, Vorsicht und dem notwendigen Respekt vor dem Unbekannten – das uns überall begegnet – begangen werden. Man kann Narrative – das sind stimmungserzeugende Geschichten, denen nachgeeifert werden soll – nicht hinter sich lassen, indem man diese durch andere Narrative sprich Stimmungen ersetzt. Es ist zunächst der Eifer – das zielgerichtete vorhersehene Handeln -, der fallen muss, dann fallen die Narrative und dann erst ist der Mensch frei. Frei sein bedeutet, von Stimmungen frei zu sein. Und wohin er/sie sich dann wendet, bleibt offen, ist also weder vorbestimmt noch kann es in irgend einer Weise eingefordert werden. Das kann rational sein, irrational oder auch wieder einem oder mehreren gewählten Narrativen folgen. Frei ist frei, sonst nichts. Da gibt es keine Vorgaben. Auch eine frei erwählte Unfreiheit ist immer noch frei. Es gilt: „Nichts muss…, alles kann“.
Patanjali schreibt im zweiten Satz seiner Sutra: Yogaś citta-vritti nirodhah. Das übersetzt und erläutert Iyengar mit den Worten: Yoga ist das Unterbinden von Schwankungen im Bewusstsein. Dazu muss das Verhalten des Bewusstseins studiert werden… [8. BKS Iyengar – Der Urquell des Yoga – ISBN 3-502-61238-1, Seite 83] So erklärt sich der Inhalt des obigen wortreichen Textes in einem einzigen Satz. Wahrnehmungen des Körper, des Atems, des Kreislaufes und des Geistes sind der Inhalt des Bewusstseins, der von sich selbst handelt. Sie sind Schwankungen und Stimmungen unterworfen. Um sie zu genießen, zu zügeln und/oder zu kultivieren, muss der Übende sie im ersten Schritt zunächst einmal kennen lernen. Die weiteren Schritte ergeben sich daraufhin nahezu von selbst.