Schlagwortarchiv: Zen

Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Unentschiedenheit

Der freilebende Hirsch ist ein Vorbild/Symbol für Aufmerksamkeit. Während seines ganzen Tages sondiert er die Umgebung und reagiert bei der geringsten Möglichkeit einer Bedrohung oder Störung.

Das Wort „Aufmerksamkeit“ bedeutet doch in seiner Wortfülle, das ich plötzlich (Auf…, wie bei Aufschrei) etwas zu Merken verspüre, und dieses Merken wie ein Baum aus seinem Samen, der für mich nicht (…sam…) bewusst anwesend war, hervor sprießt. Und die letzte Silbe mach dieses Geschehen zu einem Substantiv, einem Hauptwort. Ich könnte im übertragenen Sinne also sagen, das da plötzlich aus dem Nichts ein Baum hervor kommt, von dem ich zuvor keinerlei Ahnung hatte und mich spontan berührt.

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(M)eine einfache(n) Vorstellungen zu Yoga – heute

Wer heute ein Yogastudio aufsucht, erwartet in der Regel, das dort rein körperliche Übungen praktiziert und gelehrt werden. Dazu zählt besonders die Sparte Asana, etwas weniger oft das Pranayama und selten die meditativen Techniken. Das Yoga viel mehr enthält, es theoretisch gesehen eine gesamte Weltenlehre 1 enthält und zu nahezu zu allen Problemfeldern des menschlichen Lebens Lösungswege anbietet, ist weniger bekannt. Nun sind die indischen Vorstellungen zu Gesellschaft und Kultur der voreuropäischen Zeit in Indien damals wie heute nicht einmal annähernd mit dem Christentum Europas kompatibel. Ich beschränke mich daher in diesem Artikel auf die drei erstgenannten Felder, wobei Asana einen sehr großen Raum, Pranayama einen kleineren Raum und Meditation nur einen kleinen Raum der Praxis, wie ich sie verstehe und unterrichte, einnehmen können.

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  1. Unter Weltenlehren verstehe ich die großen Zivilisations-prägenden Gedankengebäude, wie zum Beispiel das Christentum, den Islam, den Buddhismus oder der Hinduismus einnehmen, die es heute jeweils in mehreren Ausprägungen gibt, die aber innerhalb dieser im Kern eine gemeinsame Grundlage haben. ↩

Eine erste Ode an die Un-Entschiedenheit: Glauben

Ich werde immer mal wieder mit einer Situation konfrontiert, Stellung beziehen zu müssen zu Themen, die für mich nicht entschieden sind, die für mich (noch ?) offen sind. Dabei ist es relativ gleich-gültig, ob das Themen der aktuellen Politik, der Religion, des Glaubens, der Ernährung, der Weltsicht oder gar der Seins-Philosophie sind. Ich möchte hier darlegen, warum die Unentschiedenheit 1 , der ich damit den Beginn einer mehrstrophigen Ode 2 widme, in all diesen Fragen so ungeheuer wirksam und vorteilhaft ist. Erläutern möchte ich das hier an den Ansichten über den Glauben, die sich in Fragen äußern wie: Glaubst du an Gott? Welcher Glaubensgemeinschaft gehörst du an? Wie geht das zusammen, Zen-Meditation, Yoga und Christentum?

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  1. Der antike Skeptiker Pyrrhon von Elis wendet die Unentschiedenheit in Form der Aoristie an und postulierte, dass die Dinge nicht unterscheidbar, unbeständig und damit nicht zu beurteilen seien. Daher dürfe man weder unseren Wahrnehmungen noch unseren Vorstellungen glauben, woraus die Pflicht entstünde, sich nicht zu entscheiden. ↩
  2. Ode = Liedtext ↩

Ursache-Wirkung-Prinzip in der Meditation

Das Prinzip von Ursache und Wirkung ist ein Grundprinzip der Wissenschaften westlicher Prägung. In allen Theorien und allen Arbeiten wird damit festgestellt, dass die Wirkung nicht vor ihrer Ursache, sondern nur und im Maximum zeitgleich auftreten kann. Dieses Prinzip bildet die Grundlage unseres Denkens, unserer Fähigkeiten zu Schlussfolgerungen zu gelangen, unserer Hoffnung, so die Zukunft schon jetzt sehen zu können und somit Unheil zu vermeiden.
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Wie halte ich es mit Traditionen in Yoga und Meditation

Die Grundfragen des Lebens werden durch unsere Kultur, unsere Wissenschaften und unsere Vereinbarungen (Konventionen) nicht beantwortet. Sie bleiben scheinbar unaussprechlich und wortlos im Dunkeln. Zwar gibt es unzählige Versuche, durchaus erfolgreich zu einer Näherung der Antwort zu kommen, aber die Schwelle der Klarheit haben die wenigsten von ihnen erreicht und wahrscheinlich nur ganz wenige überschritten.
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Meditation – Dhyana und Zazen

Wenn wir heute in Wikipedia nachschlagen, um die Verwendung des Begriffes Meditation zu ergründen, werden wir erschreckt feststellen, das damit Alles und auch Nichts gemeint sein kann, das jede beliebige bewusstseinsbildende, esoterische und religiöse Richtung etwas anderes damit meint, alle meist nur ihre Dogmen und Glaubensinhalte vertreten und natürlich auch bestätigt sehen möchten und damit genau das tun, was man heute mit Themenbesetzung benennt und was zielgerichtet nur zu einer Meinungshoheit führen soll.
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Zen-Sesshin im September 2016

Es ist 6:30 am Morgen. Eine lange Schlange von 35 Menschen verlässt, hintereinander gehend, einem Gleichschritt folgend, ein Grundstück in Buchenberg (Allgäu), überquert die Straße und  biegt in einen Feldweg ein, dem sie dann zügig und in schnellen Schritten folgt. Regelmäßig beobachtet werden kann dieses Ereignis, Kinhin genannt, meditatives Gehen,  am Hauptausgang des Daishin-Zen-Seminarzentrums und -Klosters Buchenberg. Es ist Sesshin, Meditationswoche.
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Warum Meditation, und warum Zen?

Menschen sind bewusste Wesen, aber das wäre eigentlich nichts Besonderes, denn andere Lebewesen sind auch bewusst. Was den Menschen abhebt aus der Masse der Lebewesen ist eine Ableitung dieses Bewusstseins, denn der Mensch ist sich seines Bewusstseins bewusst oder anders gesagt weiß der Mensch, das er bewusst ist und fügt das Wissen darum  in sein Verhalten ein. Er weiß, dass nicht nur er selbst, sondern auch der andere Mensch bewusst ist und darüber weiß.
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