Aufgeben ist die Lösung – über Leiden und Wandlung

Unwissenheit ist menschlich. Sie taucht auf und ich bemerke, das ich nicht weiß. Taucht aber die gleiche Frage ein zweites Mal Tage später erneut auf, habe ich die erste Zeitigung nicht ausreichend beantwortet. Das ist dann nicht mehr unwissend sein, sondern nachlässig sein. Hier muss man an die eigene Nase sich fassen und endlich in Bewegung kommen.

Auch Fehler zu machen ist menschlich. Aber Fehler mehrmals zu wiederholen ist nicht mit der gleichen Erklärung abgetan. Ein bemerkter Fehler, wenn ich ihn unmittelbar als Aufgabe sehe, diese löse und damit aufgebe, führt zu Einsicht, führt zu Wissen, führt zu Erfahrung,. Wiederhole ich Fehler, war ich ebenfalls nachlässig. Und Nachlässigkeit, so bemerken wir jetzt, führt immer zu Leiden.

Wie kann ich also, zusammengefasst, Leiden auflösen?


  1. Ich schau mir mein Leben an und sehe die Aufgaben, die mir gestellt sind. Ich löse sie und gebe dabei auf, ohne zu hadern.
  2. Ich werde mir bewusst, das Leben Wandlung bedeutet. Alles mit einem Anfang hat auch ein Ende. Geduld zu haben lohnt sich demnach.
  3. Was geschehen ist ist geschehen. Gestern ist vorbei. Heute ist.
  4. Die tägliche Pflege der Meditation ist unverzichtbar.
  5. Ich bin nur für mich selbst verantwortlich. Niemand kann mir diese Bürde abnehmen.
  6. Ich bin nicht nachlässig. Aufgaben lösen sich nur, wenn sie präsent bleiben.
  7. Ich muss nichts bewegen, wenn keine Aufgabe sich zeitigt.

Diese sieben Grundmotive sind heute meine Antwort auf das Problem Leiden. Morgen aber ist ein anderer Tag. Alles wandelt sich. Nichts ist für immer und schon gar nicht für ewig. Das ich hier und da Leid empfinde, ist unumgänglich. Aber Leid ist ein Phänomen, das zeitigt, also auftritt und wieder verschwindet. Sollte es aber über einen längeren Zeitraum nicht verschwinden und eine äußere, nicht zu beeinflussende Ursache (Schmerz, Folter) nicht auszumachen sein, kann es lediglich durch ein Festhalten an unzeitigen Formen bedingt sein. Dann (jetzt) loszulassen, mich selbst zu lösen und in Bewegung zu kommen ist mein Lösungs-Weg für jede Aufgabe des Lebens.

Alles ist so richtig, wie es ist, denn alles ist beständig in Wandlung.

Nichts, was benannt werden kann, ist für ewig.

Weder ich noch sonst jemand muss sich daher sorgen.

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